Bisher veröffentlichte Kolumnen von Pfarrer Andreas Weber

 

Zum Beispiel: DU! (04/12)

 

„Zum Beispiel: Du!“ - Durch diese Worte wird jemand persönlich angesprochen. Im Sport,  wenn der Trainer jemanden in die Mannschaft ruft: „Du spielst heute diese Position!“ – Bei einer Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle unter mehreren Kandidaten kommt die Zusage: „Du hast die Stelle!“ – In der Schulklasse wird ein Klassensprecher gewählt: „Du sollst unser Sprecher sein!“ –

Beispiele dafür, dass in allen Fällen ein oder mehrere Personen hinter der ausgewählten Person stehen. Jemand vertraut einem. Ein ausgewählter Mensch kann deshalb für eine Sache einstehen und  braucht nicht zu „kneifen“.

 

„Ausgerechnet ich!“, könnte der Antwortgedanke auf die Erwählung durch einen anderen sein.

Ja, ausgerechnet ich kann gemeint sein. Auch dann wenn ich spüre, dass Gott im Spiel ist. Nicht nur für junge Menschen gilt: Es ist wichtig, hinzuhören, was Gott mit mir vorhat. „Was will Gott von mir?“

 

Wenn jemand in sich spürt, dass Gott ihn beruft zum Priester, Ordenschristen, zum Missionar oder als Schwester oder Nonne kommen natürlich Fragen: „Warum ausgerechnet ich?“ – „Kann ich das?“ – „Will ich das überhaupt?“ – „Ist das ein Geschenk oder eher ein Albtraum?“ – „Was sagen meine Freunde dazu – und meine Familie?“

 

Dann braucht es jemanden, der einen begleitet, der zu mir hält, der sich auskennt, der sagt:

„Mach das! Probier es aus! Schau es Dir zumindest an!“ Nicht die schnelle Antwort, sondern die Begleitung, das Gebet ist wichtig.

 

Berufung ist etwas Großartiges, weil  sie von Gott kommt. Sie kann überwältigend sein, sprachlos und fragend machen. Wenn Gott ganz konkret sagt: „Zum Beispiel: DU!“ könnte die Antwort sein: „Zum Beispiel: ICH!“

 

Das Motto des diesjährigen Gebetstags um Geistliche Berufe ist einfach, aber es steckt viel drin. „Zum Beispiel: DU!“

Gott macht froh, wenn man sich  auf seinen Ruf einlässt, für die einen in Ehe und Familie, von Gott als Christ gesandt oder in der besonderen Nachfolge in einem Orden als Schwester, Pater oder Bruder, als Priester oder  Diakon oder in einem anderen kirchlichen Beruf.

 

Vielleicht entdecken wir selber in unserer Nähe junge Menschen, denen wir zurufen können:

„Zum Beispiel: DU!“,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Das Hanauer Kreuz ist ein schweres Kreuz“ (04/12)

 

„Das Hanauer Kreuz ist ein schweres Kreuz“ – Dieses geflügelte Wort ist in den Kreisen unserer Messdiener mittlerweile zum Sprichwort geworden: Es bezieht sich auf das Vortragekreuz unserer St. Elisabeth-Gemeinde. Es wird beim Einzug in die Kirche und bei Prozessionen voran getragen. Dieses Kreuz besticht nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch ein beachtliches Gewicht. Nur  ein starker junger Mensch oder ein Erwachsener  kann es tragen. Für die Messdiener eine Herausforderung, ein Ansporn, es zu packen, manchmal aber auch mühsam und eine Qual, besonders bei langen Wegen.

 

Ähnlich empfinden es die jungen Erwachsenen, die am Karfreitag das große Holzkreuz in einem violetten Tuch verhüllt zur Kreuzverehrung hereinschleppen. Normalerweise hängt es im Elisabeth-Saal unseres Pfarrer-Karl-Schönhals-Hauses. Für drei Starke Personen kaum zu schaffen.

 

„Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt.- Kommt lasset uns anbeten!“

So lautet der dreimalige Ruf zur Enthüllung und Verehrung des Kreuzes.

 

Das schwere Hanauer Kreuz erinnert mich immer daran, dass das Kreuz Jesu noch viel schwerer war, so schwer, dass er dreimal unter dieser Last zusammenbrach und sich doch wieder aufraffte. Er ließ sich von Simon von Zyrene auch helfen, dieses Kreuz zu tragen. Es brachte ihm den Tod.

Das Kreuz, eigentlich ein verächtliches Todeszeichen, wird durch die Auferstehung Jesus für Christen auf der ganzen Welt  zum Siegeszeichen. Wir schmücken die Kreuze zu Ostern, auch in unseren Wohnungen, gestalten sie künstlerisch schön, tragen sie um den Hals, bezeichnen uns zum Gebet mit dem Kreuzzeichen.

 

Das schwere Hanauer Kreuz erinnert mich auch an die vielen Kreuze, die Menschen, auch in unseren Stadtteilen zu tragen haben. Für manchen auch eine Herausforderung, es anzunehmen, ein Ansporn, es zu packen, mühsam und für viele eine Qual, eine Zumutung.  In vielen Bereichen leuchten diese Kreuze auf. Krankheit, Tod, Einsamkeit, Angst, Schuld, Hektik, Ablehnung, Probleme mit den Mitmenschen, Misserfolg, Überforderung, Streit - sind nur einige moderne Namen dieses Kreuzes.

 

Das schwere Hanauer Kreuz erinnert mich auch daran, dass Kreuze oft nicht weggeräumt werden können, sondern getragen werden müssen – auch bis zum bitteren Ende. Auch Gott räumt die Kreuze unseres Lebens nicht einfach weg. Aber er hilft uns tragen, er hilft, dass wir die Last schaffen - auch durch andere Menschen.

 

Unsere Osterkerze wird in der Mitte durch ein sichtbares rotes Kreuz gesegnet. Durch seine Auferstehung wird Jesus zum Licht für unsere Kreuze. Das Kreuz darf hell strahlen. Es ist für immer überwunden. Wir haben ein Ziel, das Himmel heißt.

 

Ich persönlich freue mich über die Feier der Kar- und Ostertage in unserer St. Elisabeth Kirche - begleitet vom Kreuz.

 

So wünsche ich allen frohe und lichtvolle Ostern!

 

 

Ihr Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Die letzten hundert Meter“ (03/12)

 

Im Garten Getsemani begann für Jesus der letzte Weg, auf dem sich sein Leben erfüllen sollte. Nach dem Abendmahl war er hierher gekommen, er bespricht sich mit dem Vater im Himmel, er schwitzt Blut, die Jünger schlafen, die Gefangennahme naht…

Hier trifft er die Entscheidung, sich dem Willen des Vaters ganz hinzugeben. Die letzten hundert Meter beginnen. Ein Leidensweg – zwischen Getsemani und Golgota – wir nennen ihn Kreuzweg und gehen und bedenken ihn in  unseren Kirchen. Wir schauen auf Jesus und auf die Menschen, die ihm nahe waren und denen er nahe war. Dann gelingt auch der Blick auf das eigene Leben. Dem älteren Menschen werden andere Fragen kommen als dem jüngeren.

„Wovon bin ich getragen? – Wer oder was gibt mir Halt? – Welche Menschen stehen an den Kreuzwegen unserer Zeit? – Welche Entscheidungen stehen für mich an?“

 

Seit dem 15. Jahrhundert wird das Leiden Jesu Christi in zunächst 7 Stationen (die 7 Fußfälle) und später in  14 Stationen  dargestellt. In Kirchen und im Freien wird in künstlerischer Gestaltung das Geschehen des Leidensweges Jesus sichtbar gemacht. Auch fern von Jerusalem kann man so, sozusagen vor Ort, die heiligen Stätten nacherleben, den Leidensweg Jesu gedanklich und betend nachvollziehen. Wir können im Kreuzweg uns selber wieder finden und die Deutung unseres Lebens entdecken.

Wir finden das Auf und Ab, das Kreuz und Quer unseres Lebens, durch Jesus Christus verbunden, zur Mitte und zum Ziel gebracht.

 

 Welche Position und welchen Platz nehme ich im Geschehen des Kreuzweges ein?

 

Über den Kreuzweg können wir eigentlich  nicht reden, den Kreuzweg können wir uns nicht einfach nur anschauen, der Kreuzweg lädt uns ein, ihn betend zu gehen. Er wird uns innerlich berühren.

 

Eigentlich toll, dass wir jede Woche am Freitag  in unserer Kirche die Gelegenheit haben, den Kreuzweg zu gehen und zu beten,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

 

 

Asche auf mein Haupt (02/12)

 

Ausgesprochen gut besucht waren die Gottesdienste in diesem Jahr am Aschermittwoch. Zunächst in zwei Schülergottesdiensten – „Da muss doch was dran sein, wenn man dafür sogar schulfrei bekommt“, meinte einer - und dann noch in den beiden Eucharistiefeiern am Nachmittag und Abend.

 

Manche unserer Redensarten gehen zurück auf die Büßer in der uralten Tradition der Kirche, die sich zu Beginn der Fastenzeit  in ein schlichtes Kleid hüllten und  mit Asche bestreuen ließen: „Asche auf mein Haupt“ –  „In Sack und Asche gehen“.

Der Aschermittwoch hat diese Bußsymbolik wieder neu aufgegriffen und viele haben sich nicht gescheut, das Aschenkreuz auch deutlich für jeden sichtbar auf der eigenen Stirn zu belassen.

Die Reste der verbrannten Palmzweige des vergangenen Jahres – durch unseren Küster jedes Jahr neu und frisch hergestellt - verdeutlichen, dass das Leben vergänglich,  ja dass der Tod sogar unser Begleiter ist.

Asche ist  auch Symbol der Reinigung und des neuen Anfangs.

Wer das Aschenkreuz trägt, drückt aus, dass er ein Sünder ist und umkehren will – Buße tun –

Einen neuen Weg sucht.

Unsere Gesellschaft feiert gerne die „Macher“, die wortgewaltigen Show-Leute, die perfekt Wirkenden, die die alles ganz leicht bewältigen und als Idole stilisiert werden.

Das Menschenbild vom reuigen Sünder scheint unpopulär.

Sich nur keine Blöße geben, keine Schwäche zeigen, ist für viele ein Lebensmotto. Schwäche und Vergebung  finden da oft keinen Platz.

Bei Gott kommt man damit nicht weit, denn er kennt jeden Menschen besser als dieser sich selbst. Und wenn die menschliche Fassade noch so schön,  perfekt und undurchlässig ist, Gott schaut dahinter. Gott sei dank.

Die kommenden Tage der österlichen Bußzeit können gerade für erschöpfte und ausgebrannte Menschen  eine Auszeit sein, dort wo wir still und wesentlich werden, uns einüben in den Verzicht, in die Liebe zu den Menschen und in die Beziehung zu Gott.

Das Gebet und die Begegnung mit ihm im Gottesdienst, in der Eucharistiefeier, beim Kreuzweg und bei der stillen Anbetung helfen,  einen neuen Weg zu einem befreiten Neuanfang einzuschlagen.

Übrigens: Die persönliche Beichte ist dabei eine hervorragende Hilfe. Gott sei dank von vielen wieder neu entdeckt,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

Rückenwind und Gegenwind (02/12)

 

Auf einem Kalenderblatt fand ich kürzlich folgende Begebenheit:

 

Eine Frau fuhr jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Morgens früh fünf Kilometer und am Abend fünf Kilometer zurück. Eigentlich bekam ihr die Bewegung in der freien Natur ganz gut, aber sie ärgerte sich immer darüber, dass sie so oft Gegenwind hatte. Sie fand das ziemlich ungerecht, immer gegen den Wind ankämpfen zu müssen.

So schimpfte sie leise über das Wetter und fuhr tapfer weiter mit dem Fahrrad – Tag für Tag.

 

Logischerweise müsste man, wenn man morgens Gegenwind hatte, am Abend Rückenwind verspüren. Es fiel ihr irgendwann auf, dass man den Rückenwind nie bewusst wahrnahm. Der war einfach da, und man genoss ihn, ohne ihn wirklich wahrzunehmen.

 

Als die Frau einmal bewusst auch auf den Rückenwind achtete und ihn deutlich spürte, machte sie sich so ihre Gedanken über das Leben:

Auch im wirklichen Leben spürt man oft nur Gegenwind, und den Rückenwind nimmt man kaum einmal bewusst wahr. Und sie stellte fest, wie oft sie in ihrem Leben Rückenwind bekam: Sie hatte eine glückliche Familie, eine Arbeitsstelle, einen netten Freundeskreis und hilfsbereite Nachbarn. Das war nicht  nur Zufall oder Glück, wodurch ihr Leben so oft erleichtert wurde. Ein unerwarteter Anruf einer Freundin, wenn sie verzweifelt war, ein spontane Hilfeleistung einer Arbeitskollegin, wenn es gerade nicht lief. Alles nur Kleinigkeiten, aber alles Dinge, die das Leben wieder in Schwung brachten.

 

Für die Frau waren all diese Dinge wohltuender Rückenwind in ihrem Leben. Und sie wusste, dass auch Gott seine Finger mit im Spiel hat, wenn es gut läuft und sie vorwärts kommt.

 

Und wenn die Frau heute noch Fahrrad fährt und der Wind ihr recht heftig ins Gesicht bläst, dann freut sie sich und lacht. Sie freut sich über den Rückenwind Gottes, der ihr in ihrem Leben so oft geschenkt wird, ohne dass es einem immer bewusst ist. Und sie tritt zufrieden in die Pedale und ist dankbar.

 

Es lohnt sich, einmal über Gegenwind und im Rückenwind im eigenen Leben nachzudenken,

 

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Königliche Geschenke (01/12)

 

Ein Wenig hatte ich es bedauert, dass in unserer Krippe in St. Elisabeth eine Szene nicht dargestellt war.

Im Matthäusevangelium sind es nicht die Hirten, die das Kind in der Krippe anbeten, sondern  die Sterndeuter, die Männer aus dem Orient. Vertreter derjenigen, die den  Gott Israels nicht kennen, die Heiden, wie man sie nannte.

Die Tradition sieht in ihnen Könige, vornehme Menschen, Sie nehmen einen weiten Weg auf sich, begeben sich in Gefahren, verlassen ihre Sicherheiten, auch die des Wohlstandes.  Sie fallen vor dem Kind nieder. Sie erkennen in ihm etwas, was ihnen selber noch fehlt: Die Würde, die man nicht machen kann, sondern die Gott schenkt.

Gott sei Dank ist die Karawane der Könige  jetzt auch in unserer Krippe angekommen. Ich bin froh, dass eine Künstlerin aus unserer Gemeinde  die einzelnen Figuren  modelliert hat, so  einzigartig  geformt, dass den Königen richtige kleine Gefäße in die Hand gegeben sind. Hier können wir die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe im Original und echt hinein legen und auch sehen und sogar anfassen. Das ist einmalig.

In ihren Gaben wird deutlich, wer das Kind Marias ist. Es ist ein Königssohn. Ihm gilt das Gold. Gold weist auf den Glanz hin, der den König umgibt. Gott selbst ist in diesem Kind Mensch geworden.

Dem Gottessohn  gilt der Weihrauch. Echter Weihrauch, der zum Himmel aufsteigt und den Himmel über unserem Leben sogar öffnet.

Die echte Myrrhe in dem Gefäß erinnert an den Heiland. Er wird die Menschen heilen, von allen Wunden, besonders von der, die den Menschen am meisten bedrückt: von der Wunde des Todes. Das Heilmittel aus dem Paradies wird  alle unsere Wunden heilen.

Die Gaben der Könige zeigen auch wer wir sind, die Betrachter der Krippe.

Auch wir dürfen königliche Menschen sein, Königskinder. König ist der, der selber lebt, anstatt von außen gelebt zu werden, der selbst über sich herrscht, ohne beherrscht zu werden. Durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus sind wir göttliche Menschen geworden: in unserer Tiefe eins mit Gott. Wahrer König ist der, in dem Gott herrscht. Wir haben es nicht mehr nötig falschen Götzen nachzulaufen oder uns selbst zu vergöttern. Das göttliche Leben ist in uns.

Und im Blick auf die dritte Gabe sind wir auch berufen, Wunden zu heilen.

 

Eigentlich tolle Geschenke, die die Könige da dem neugeborenen Kind und uns mitbringen, 

 

meint  Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Der Gutschein (12/11)

 

Zum Weihnachtsfest gehört es dazu, dass man sich etwas schenkt.

Manchmal ist es schwierig, das passende Geschenk zu finden.

Man möchte  ja schließlich nicht, dass der Beschenkte sich gar nicht freut über das Geschenk, sondern enttäuscht ist.

Da kann ein gut gemeintes Geschenk schon mal das Ziel verfehlen.

Manches wird nach Weihnachten wieder umgetauscht.

Nun gibt es eine interessante Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen:

Du kannst deinen Lieben einen Gutschein schenken.

So kann der Beschenkte weitgehend selbst entscheiden, was er geschenkt bekommen möchte.

Er muss nur die Initiative zeigen und den Gutschein einlösen und umsetzen.

 

Gott schenkt uns im Grunde zu Weihnachten einen solchen Gutschein.

 

Er schenkt uns ein Kind. Er schenkt uns seinen Sohn. Er schenkt uns sich selbst.

 

Mit großer Dankbarkeit und Freude nehmen wir diesen Gutschein entgegen.

Doch nun stellt sich die große Frage: Was fange ich mit dem Gutschein an?

Wie löse ich diesen Gutschein ein?

Diesen  Gutschein Gottes zu Weihnachten kann ich liegen lassen.

Ich kann ihn ignorieren, gar nicht einlösen. Der Gutschein erfordert auch noch mal meine Initiative.

Ich kann ihn vergessen, wie manchmal die anderen Gutscheine, im Stapel auf der Eckbank.

 

Ich kann aber auch den unendlich großen Wert dieses Gutscheins erkennen:

 

Gott schenkt mir mit diesem Gutschein zu Weihnachten mit diesem Kind in der Krippe sozusagen Saatkörner, die aufgehen und reiche Frucht bringen sollen. Heißen könnten diese Saatkörner: Vergebung, Herzlichkeit, Geduld, frohe Zuversicht, Gottvertrauen, Nähe, Beheimatung, Schutz, Leben in Gottes Gegenwart.

 

Wenn wir zu Weihnachten diesen Gutschein Gottes annehmen und ihn einlösen, dann wird unser Leben reiche Frucht bringen.

 

In diesem Sinn Frohe Weihnachten,

 

 

wünscht Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Überlebt das Kind? (12/11)

 

Vor kurzem las ich folgenden Bericht:

 

Vor einiger Zeit ereignete sich in Australien Folgendes:

Eine junge Mutter wartet auf dem Bahnsteig mit ihrem Baby, das im Kinderwagen liegt, auf den Zug:

Die Mutter ist sichtbar im Stress. Sie schaut auf den Fahrplan, kehrt zum Kinderwagen zurück, schaut nervös auf die Uhr, kramt ihren Terminkalender heraus und schlägt verschiedene Seiten auf, nimmt ihr Smart–Phone in die Hand und checkt ihre Nachrichten. Als sie dann noch ein zweites Mal auf die Abfahrtszeiten der Züge schaut merkt sie nicht, dass der Kinderwagen sich langsam in Bewegung setzt, da der Bahnsteig leicht abschüssig ist.

Der Wagen rollt auf das Gleis zu und kippt den Bahnsteig hinunter. In diesem Augenblick rast ein Zug mit hoher Geschwindigkeit heran, genau auf dem Gleis, an dem die Mutter steht. Sie rennt entsetzt zum Kinderwagen, um das Kind zu retten, Aber es ist zu spät.

Der Zug ist zu schnell.

Die Mutter bekommt einen gewaltigen Schrecken und schreit laut auf. Machtlos steht sie vor dem Drama, das sich da vor ihren Augen ereignet.

Als der Zug den Bahnhof verlassen hat, stürzt sie auf den Kinderwagen zu, der genau zwischen den Gleisen liegt. Der Mutter fällt ein gewaltiger Stein vom Herzen, als sie sieht:

 Ihr Kind hat Riesenglück gehabt; ihm ist nichts passiert, nur ein paar leichte Prellungen.

 

Diese Szene ist von einer Überwachungsvideokamera auf dem Bahnsteig festgehalten worden. Später wurde das Ereignis im Fernsehen gezeigt. Eine ganze Nation konnte sich mit der Mutter freuen.

 

Manche Fragen leuchten aus diesem Ereignis für den Advent auf:

 

Verlieren wir nicht auch manchmal bei all dem Stress und bei all der Hektik vor Weihnachten das Kind aus den Augen?

 

Besteht nicht auch bei uns die Gefahr, dass das Kind überrollt wird von all den Terminen und Weihnachtsfeiern, von all der Besorgerei und von all den Geschenken?

 

Hoffentlich kommt das Kind auch bei uns mit einem blauen Auge davon!

                                                                                        

Hoffentlich überlebt das Kind von Betlehem in unserer Familie!

 

Eins ist sicher: Das Kind von Betlehem lässt sich nicht dauerhaft überrollen.Es wird sicher überleben! Hartnäckig kommt es jedes Jahr neu zu uns,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

 

Zum Advent: Wertvolle Geschenke (12/11)

 

Jetzt geht es wieder los. Die Suche nach dem richtigen Geschenk.

 

Kürzlich fand ich auf einem Kalenderblatt eine Zusammenstellung von wertvollen Geschenken:

 

+   Ich sage Dir ein gutes Wort

+   Ich mache Dir Mut

+   Ich tue Dir einen Gefallen bevor Du darum bittest

+   Ich danke Dir für etwas, was Du so selbstverständlich tust

+   Ich lobe Dein Essen

+   Ich interessiere mich für Deine Arbeit

+   Ich rufe Dich an

+   Ich gönne Dir die Zeit, die Du für Dein Hobby brauchst

+   Ich kritisiere nicht an Dir herum

+   Ich bewundere Deine Blumen

+   Ich schenke Dir mein Vertrauen

+   Ich übersehe ein Missgeschick

+   Ich lege nicht jedes Wort auf die Goldwaage

+   Ich trage Dir nichts nach

+   Ich wärme bereinigte Schuld nicht noch einmal auf

+   Ich wage den ersten Schritt zur Versöhnung

+   Ich bitte um Verzeihung

+   Ich bete für Dich

+   Ich schreibe Dir einen Brief, ganz klassisch mit der Hand und durch die Post

+   Ich sage Dir, wie gut es ist, dass ich für Dich da bin

+   Ich lasse Dich spüren, dass ich für Dich da bin

+   Ich sehe das Gute, das in Dir steckt

+   Ich stehe zu Dir

+   Du darfst so sein wie Du bist 

 

 

Eigentlich tolle Geschenke, und überdies völlig ohne Kosten 

und trotzdem unheimlich wertvoll,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Auf ein Wort: beim Namen gerufen (10/11)

 

 

                                   In einem Gedicht von Isolde Lachmann heißt es:

 

Ich möchte wissen Herr,

wie Du mich nennst,

wenn Du einmal besonders zärtlich sein willst,

denn das gibt es ja,

Zeiten, da ich Dich nah fühle

und Zeiten, in denen Du mir ferne scheinst.

 

Nennst Du mich einfach

Dein Herz

in Stunden der Angst und Hilflosigkeit

wenn ich Dich als Vater suche

 

oder nennst Du mich

Deinen Leib

in Dürrezeiten

wenn mir die Haut springt

vor Hunger nach Dir

 

oder nennst Du mich

Deinen Atem

dann

wenn es mit Dir zu überleben gilt

 

oder erfüllst Du mich einfach

mit dem Du

in das die Liebenden versinken

mit dem ganz schlichten

aber alles umfassenden

Du

 

Den Namen eines Menschen kennen, ihn mit seinem Namen anrufen zu können, drückt immer eine Beziehung aus.

Mit wem ich nichts zu tun habe, den kenne ich nicht mit Namen. Viele Menschen haben auch eine gesunde Scheu davor, ihren Namen einem Fremden gegenüber so ohne weiteres preiszugeben. Erst dort, wo ich Vertrauen gewonnen habe, wo mir der andere vertraut geworden ist, erst dort kann ich ohne Schwierigkeiten meinen Namen  und damit auch ein Stück meines Wesens aufdecken.

Noch tiefer ist eine Beziehung, in der einer dem anderen einen neuen Namen gibt. Verliebte etwa lassen sich einen besonderen Namen füreinander einfallen. Eltern wählen für ihr neugeborenes Kind mit Bedacht einen Namen aus. Bei diesem Namen rufen sie uns. Der Name macht unsere Identität aus. Wir hören hin, wenn wir gerufen werden. Du gehörst zu mir und ich gehöre zu Dir. Ich will für Dich da sein, für Dich sorgen, ich möchte dass es Dir gut geht.

Genau das sagt Gott zu uns in der Taufe: Du sollst ab jetzt „Christ“ heißen, Du sollst zu mir gehören und ich gehöre zu Dir.

Die Taufe gibt uns ein Heimatrecht bei Gott, wir irren nicht mehr allein durch die Welt, angewiesen auf Gunst und Wohlwollen anderer, oder allein auf die eigene Kraft.

 Jesaja nennt es so: „Fürchte Dich nicht, denn ich erlöse Dich und rufe Dich bei Deinem Namen, mein bist Du.“

Eigentlich ein Gedanke, der einen  aufatmen lässt, gerade in diesen dunklen Tagen,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

 

 

 

 

Herzlichen Dank, Papst Benedikt! (10/11)

 

„Es gibt zahlreiche Gründe, dankbar für den Besuch des Heiligen Vaters in Deutschland zu sein. – Zehn habe wir hier aufgeschrieben:

 

  1. weil der Papst gezeigt hat, dass man auch in einem säkularisierten Umfeld furchtlos und freudig katholisch sein und bleiben kann!              
  2. weil der Papst so leidenschaftlich und gewinnend von Jesus Christus spricht, dass einem das Herz aufgeht!
  3. weil der Papst bewiesen hat, dass die Kirche den Menschen unserer Zeit eine immer überraschende und bereichernde Botschaft anzubieten hat!
  4. weil der Papst unseren Politikern die festen Fundamente der Gerechtigkeit erklärte und für eine Renaissance der abendländischen Rechtskultur warb!
  5. weil der Papst das Ungleichgewicht zwischen Strukturen und Geist in der deutschen Ortskirche nicht nur benannte, sondern uns geistvoll inspirierte!
  6. weil der Papst junge Menschen ermutigt hat, lebenslange Treue in der Priesterberufung oder in der Ehe zu wagen!
  7. weil der Papst daran erinnert hat, dass ein verweltlichtes Christentum sich selbst überflüssig macht!
  8. weil der Papst im Gespräch mit Juden und Muslimen kraftvolle Allianzen aller Gottgläubigen sucht!
  9. weil der Papst sich als aufmerksamer Zuhörer und als weiser Hirte zeigte, als Fels, an dem Klischees und Vorurteile zerschellen!
  10. weil wir nur in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri wirklich Kirche sein können!“ 

(entnommen Deutsche Tagespost, 27.09.2011)

 

Danke Heiliger Vater!

              

Eigentlich gibt es noch viel mehr Gründe, für jeden ganz persönlich,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit neuem Schwung bleibt unsere Pfarrei jung! (09/11)

 

Bald wir Papst Benedikt XVI. seine und unsere Heimat besuchen. Ich persönlich freue mich über diesen Besuch. Ein deutscher Papst in seiner  Heimat Deutschland: ein Jahrhundertereignis, sicher eines der größten unserer Zeit.

Das Amt des Papstes geht auf Jesus Christus zurück. Er selbst gab dem Petrus eine einzigartige Vorrangstellung unter den Aposteln. Schon in der Urkirche von Anfang an hat Petrus die oberste Autorität als erster Bischof von Rom. Dieser Ort und seine Nachfolger wurden zum inneren Orientierungspunkt der jungen Kirche, alle sollten damals bis heute im Glauben damit übereinstimmen.

Bis heute ist jeder Bischof von Rom, wie Petrus, oberster Hirte der Kirche und wacht als  Stellvertreter Jesu über die unverfälschte Weitergabe des Glaubens.  Natürlich nimmt er immer in Verbindung mit allen Bischöfen und der gesamten Kirche das Lehramt der Kirche wahr, verpflichtet der Wahrheit, die Gott in diese Welt gelegt hat.

Dies verleiht der Römisch-Katholischen Kirche Widerstandskraft und  große Ausstrahlung. Gott sei Dank!

Besonderes Vertrauen setzt Papst Benedikt in die jungen Menschen, wie wir in diesen Tagen wieder beim Weltjugendtag in Madrid erleben konnten.

In seinem Vorwort zum Jugendkatechismus  YOUCAT betont er: „Manche Leute sagen mir: Junge Menschen interessiert das nicht. Ich bestreite das und bin sicher, recht zu behalten. Junge Menschen von heute sind nicht so oberflächlich, wie man ihnen unterstellt. Sie wollen wissen, worum es im Leben wirklich geht.“ Deshalb ruft er den jungen Leuten  zu: „Ihr müsst wissen, was ihr glaubt. Ihr müsst euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, ihr müsst im Glauben noch tiefer verwurzelt sein, als die Generation eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können. Ihr braucht göttliche Hilfe. Bringt das unverbrauchte Feuer Eurer Liebe in diese Kirche ein!“

Wenn wir in diesem Jahr die Weihe unserer Kirche feiern, hier in St. Elisabeth vor Ort, dann tun wir das bewusst  als Teil der großen Römisch-Katholischen Weltkirche immer in tiefer Verbundenheit mit dem Papst, in einem frohen und tiefen Glauben!

 

Ich freue mich über unser  Kirchweihfest und heiße - besonders auch in ökumenischer Offenheit - alle Besucher und Gäste willkommen.

 

Mit neuem Schwung bleibt unsere Pfarrei jung,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Bienvenido WJT Madrid (08/11)

 

Herzlich Willkommen rufen die Spanier den Jugendlichen aus der ganzen Welt zum Weltjugendtag in Madrid vom 16. – 21. August 2011 zu.

Papst Benedikt XVI.  selbst lädt die Jugend der Welt zu diesem Mega-Ereignis ein und Hunderttausende aus der ganzen Welt kommen. Sie werden mit ihm  feiern.

Die eigentliche Möglichkeit zu diesem mittlerweile 12. Internationalen Großtreffen gab der Selige Johannes Paul II: Er setzte  großes Vertrauen in die jungen Leute  und rief die Weltjugendtage ins Leben. Eine geniale Idee!

Viele haben noch die bewegenden Bilder in Erinnerung, die überschäumende Freude am Glauben und an der Begegnung mit anderen jungen Christen und dem Papst, zuletzt in Köln im Jahr 2005 und in Sydney 2008.

Auch aus unserem Bistum wird eine große Gruppe dabei sein.

 

Die Jugendlichen erfüllen friedlich die Straßen und Plätze mit freudigem Glauben, sie treffen sich täglich mit ihren Bischöfen zu Katechesen (Erklärungen im Glauben),  zu Gottesdienst und Gesang. Die Anbetung und die persönliche Umkehr und Beichte spielen genauso eine wichtige Rolle wie die kulturellen und frohen Begegnungen  und Treffen.

Es geht um die Wahrheit, die Gott in die Welt gelegt hat, in Jesus Christus. Niemand will daher den Jugendlichen anbiedernd nach dem Mund reden, sicher ist das auch ein Grund für die Ausstrahlung des christlichen Glaubens.

 

„Verwurzelt in Jesus Christus und auf IHN gegründet, fest im Glauben!“ Kol  2,7 

                     

ist das Motto in diesem Jahr.

 

Die Kirche zeigt wieder, dass sie der Jugend in der Wurzel des Glaubens an Jesus Christus Antwort auf ihre Sehnsucht und Fragen des Lebens und so eine gute Zukunft bietet,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

 

 Pfingsten – Das Wunder der Sprache (06/11)

 

Ja, sie verstanden einander. Dreimal verweist der Bericht in der biblischen Apostelgeschichte (ApG 2,1-11)  über das Pfingstfest in Jerusalem auf das Sprachenwunder. Die Apostel waren mit Maria versammelt und „alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab!“. In Jerusalem waren damals viele „Ausländer“, besonders aus dem östlichen Mittelmeerraum. Sie verstanden die Jünger Jesu dann in ihrer eigenen Sprache. Sehr erstaunt fragten sie: „Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören?“ Und weiter: “Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden!“

Sie waren ratlos in ihrem Staunen, andere, so wird berichtet, hätten gespottet und gesagt, das Ganze sei eine Folge von süßem Wein.

Für Ereignisse gibt es immer verschiedene Erklärungsversuche. Ich persönlich schlage mich auf die Seite derer, die noch an Wunder glauben, besonders wenn Gott sie gewirkt hat. Und so glaube ich: Der Heilige Geist hat als großes Geschenk Gottes dieses Wunder gewirkt.  Eben noch hatten sich die Jünger mit Maria angstvoll zum Gebet zurückgezogen, hinter verschlossenen Türen. Nach der machtvollen Geistsendung begleitet von Sturm, Brausen und Feuerzungen gewinnen sie Mut und Kraft. Ja, der Geist Gottes führte die junge Gemeinde dazu, dass sie verstanden wurde, und dass man sich untereinander verstand. Viele ließen sich taufen. Es ist der Geburtstag der Kirche. So kühn möchte ich das Pfingstereignis interpretieren und weiß auch das das Sich-verstehen  kein Dauerzustand war und ist. Denn es gibt viel Sich-nicht-verstehen und darum - heute wie damals - viel Ratlosigkeit.

Umso fester  bin ich der Meinung, dass auch heute dieser Heilige Geist aufblitzt. Auch heute geschieht das Wunder, dass man sich über alle Grenzen hinweg versteht. Deshalb traue ich dem Heiligen Geist gerade in unserer Zeit viel zu – in der Kirche und Daheim.

In diesem Sinn  offene Herzen und  frohe Pfingsten,

 

wünscht Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Siebenmal Freude (05/11)

 

Von alters her ist die Sieben eine heilige Zahl, ein Symbol der Fülle. Es gibt sieben Farben des Regenbogens, sieben Töne der Tonleiter, die sieben Weltwunder, alte Mythen sprechen vom „siebenten Himmel“.

Auch dem alten Israel ist die Zahl Sieben heilig: Der siebte Tag, der Ruhetag Jahwes, bringt die Schöpfung zur Vollendung. Der siebenarmige Leuchter erhellt den Tempel und siebenmal erhebt sich der fromme Jude zum Gebet. Auch im Neuen Testament ist die Sieben Zahl der Vollendung und Fülle. Sieben Bitten zählt das Vater Unser, sieben Brote gab Jesus beim Wunder der Speisung weiter, und am Ende der Zeiten, wenn alles vollendet ist, öffnet das Lamm das „Buch mit den sieben Siegeln…“

 

Unsere Kirche kennt die sieben Gaben des Heiligen Geistes, die sieben Sakramente, die sieben Werke der Barmherzigkeit…

 

Die Erfahrungen Marias, der Mutter Jesu, bündeln sich in sieben Schmerzen und sieben Freuden – Tiefen und Höhen.

Immer sind diese Erfahrungen Marias eng mit dem Leben ihres Sohnes verbunden:

Die Marienverehrung hat sicher richtig „gezählt“, wenn sie die folgenden sieben freudigen Ereignisse im Leben Mariens in ihr Betrachten und Beten aufnimmt:

Die Verkündigung durch den Engel und die Geburt Jesu, die Anbetung der Weisen, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, die Sendung des Heiligen Geistes und Marias eigene Vollendung.

Letztlich geht es  bei diesen Freuden immer um unseren Erlöser Jesus Christus, auch wenn wir seine Mutter in Liedern und Gebeten verehren.

 

Da wo die Mutter in der Nähe ihres Sohnes ganz glücklich ist, da können auch wir aus dem Leben Marias Mut schöpfen und unseren Glauben in Freude leben, da können auch wir die Ereignisse unseres Lebens  fest machen und froh werden.

Die Gottesmutter will uns zu Jesus führen und uns durch ihre Fürsprache froh erhalten – in Fülle.

 

Siebenmal Freude , also vollkommene Freude für uns alle. Ein großes Geschenk,

 

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

„Und sie erkannten ihn!“ (05/11)

Selbstverständlich war das nicht. Das Desaster des Karfreitags steckte ihnen noch tief in den Knochen. Die Enttäuschung war unbeschreiblich. Die Freude am Leben schien verloren zu sein. Ein Rest von Gemeinschaft war sicher noch da. Immerhin war man etwa drei Jahre zusammen gewesen. Durch ihn. Ihm gefolgt. Sollte das alles gewesen sein? Tief traurig die Situation. Dahinein geschieht das Wunder. Eigentlich das große Geschenk Gottes: Er lebt und kommt auf sie zu. Und sie erkennen ihn.

Denn „einige hatten Zweifel“, berichtet die Bibel ganz ehrlich. „Erkennen“ ist mehr als ein Sich Erinnern. Das biblische Wort „erkennen“ meint mehr. Sicher hat es mit dem Körper und den Augen zu tun. Aber vor allem ist es ein Vorgang des Herzens. Jemanden erkennen heißt in der Bibel, mit jemandem persönlich in Beziehung treten.

An Ostern erkannten viele Jesus als den Auferstandenen. Sie traten dadurch in eine ganz neue Beziehung zu ihm. Überzeugt und begeistert steckten sie viele andere an..

Maria Magdalena, Thomas, Petrus und Johannes und die beiden Emmaus  Jünger, aber auch all die anderen in der ersten Gemeinde in Jerusalem.

 

Auch uns heute ist dieses Erkennen möglich. Genauso echt. Auch wir können in Beziehung treten zum Auferstandenen: Jetzt an diesem Osterfest können wir diese Beziehung erneuern und pflegen.

Wir erkennen ihn  wenn wir uns versammeln in der Feier der Eucharistie am Sonntag, aber auch an jedem Werktag, wenn wir beten und uns den Anderen gütig zuwenden.

 

Ein gutes Erkennen des Auferstandenen mit einem kräftigen und frohen Halleluja,

wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Zur Karwoche – Die Frau des Pilatus (04/11) 

In diesen Tagen rückt die Passion Jesu wieder näher in den Mittelpunkt der Gottesdienste und der persönlichen Frömmigkeit. Die Karwoche holt die Leidensgeschichte in die Gegenwart.

Auch in der privaten Frömmigkeit  spielt der Leidensweg Jesu eine größere Rolle. Viele treffen sich zum Beten des Kreuzwegs in unserer Kirche, so auch einige Schulklassen der benachbarten Schulen.

Dabei fällt oft die Aufmerksamkeit auf Personen, die am Rand des Kreuzwegs stehen, sie stehen nicht zufällig da, sondern haben immer auch ein Botschaft für uns und laden ein, zu schauen, wo ich denn persönlich stehe. Im Vergleich mit ihnen kann ich meine eigene Beziehung zu Jesus Christus bedenken und neu entdecken..

 

Ob Judas oder Petrus und die anderen Schläfer im Garten am Ölberg. Ob Pilatus oder Herodes, Maria Magdalena, die weinenden Frauen, Simon von Cyrene oder Veronika, die mutige Frau. Ob die beiden unterschiedlichen Schächer rechts und links vom Kreuz Jesu, oder Maria und Johannes mit dem Hauptmann und den Soldaten unter dem Kreuz. Die unterschiedlichen Personen schaffen unterschiedliche Nähe zum Gekreuzigten.

 

Eine Frau deren Namen die Bibel nicht nennt, die aber auch einen gedanklichen Beitrag zum Kreuzweg leistet, ist die Frau des Pilatus. Nur Matthäus weiß von ihrer mutigen Warnung: „ Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig! Ich hatte heute Nacht seinetwegen einen schrecklichen Traum!“ (Mt 27,19).

 

P. Heinz Perne legte vor Jahren folgende Gedanken dazu vor:

 

Die Frau des Pilatus

 

Kühl war die Nacht,                                                                                           

viel zu kalt für die Jahreszeit.

Unruhig hatte ich geschlafen;

ein seltsamer Traum

hatte meine Seele berührt.

 

Ich eilte ins Bad,

wusch mich und ordnete das Haar,

aß ein paar Trauben

und rief nach der Magd.

Sie musste hören,

was der Traum mir gebracht

 

Ich sah jenen Mann,

Jesus aus Nazareth.

 

Ich sah, wie er die Kinder segnete

und mit den Aussätzigen sprach;

wie er das Brot verteilte

und Tausende satt wurden;

 

 

Zum Beginn der Fastenzeit (03/11)

 

Im Coloradogebiet fand ein Forscher den Stamm eines riesigen Baumes. Vierhundert Jahre ragte dieser Baum stolz gegen den Himmel. Vierzehn mal war er vom Blitz getroffen. Lawinen donnerten  über ihn  hinweg. Stürme setzten ihm zu und zerzausten ihn – aber er ließ sich nicht besiegen.

 

Dann kam ein Heer von winzigen Käfern. Sie bohrten und mahlten und sägten und bissen sich langsam aber sicher in den Stamm. Und bald darauf brach der Baum ächzend und stöhnend zusammen. 

 

Geht es unter uns Menschen nicht oft ähnlich zu? 

Kleine Dinge verbittern uns das Leben. 

Kleine Zweifel nagen an unserem Glauben. 

Kleine Sünden stumpfen unser Gewissen ab

 

Die Fastenzeit kann uns als Österliche Bußzeit  auf Ostern vorbereiten, indem wir jeden Tag auf die kleinen Dinge achten –

Dann wird die Freundschaft zu Gott in Jesus Christus und unter uns Menschen hier nicht zu Grunde gehen, sondern wachsen.

Mir hilft dabei, wenn ich mir etwas persönlich für diese Zeit vornehme, im Gebet, im Verzicht und in guten Taten für die anderen.

 

Und auch hier gilt: Es sind oft die kleinen guten Dinge, die wir auch schaffen können und die uns dann voranbringen,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Vom Glück (02/11)

 

Kürzlich kam mir das folgende Gedicht von Kurt Tucholsky (1890-1935) in die Hände:

 

Das Ideal

 

Ja, das möchste:

Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse.

Vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;

Mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,

vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –

aber abends zum Kino ist es nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit.

Neuen Zimmer -, nein, doch lieber zehn!

Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,

Radio, Zentralheizung, Vakuum,

eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,

eine süße Frau voller Rasse und Verve –

(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -,

eine Bibliothek und drumherum

Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: zwei Ponys, vier Vollbluthengste,

acht Autos, Motorrad – alles lenkste

natürlich selber – das wär ja gelacht!

Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab’ ich ganz vergessen:

Prima Küche – erstes Essen –

Alte Weine aus schönem Pokal –

Und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.

Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.

Und noch ne Million, und noch ne Million.

Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.

Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

 

Ja. Das möchste.

 

Aber, wie das so ist hienieden:

Manchmal scheints so, als sei es beschieden.

Nur Pöapö, das irdische Glück.

Immer fehlt dir irgendein Stück.

Haste du Geld, dann hast du nicht Käten;

Hast du die Frau, dann fehln  die Moneten –

Hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer;

Bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer. Tröste dich!

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.

Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.

Dass einer alles hat: Das ist selten.

 

 

Ja, das Glück findet man nicht beim ständigen Suchen. Glück ist nicht planbar oder käuflich. Es ist Zugabe. Es stellt sich einfach ein. Dann und Wann.  Es gilt, dafür offen und dankbar zu sein. Glück – Momente, in denen man tief spürt, dass das Leben einen Sinn hat, dass Leben schön ist,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Besuch daheim (01/11)

 

Anfang dieses Jahres waren unsere Sternsinger unterwegs. Sie helfen in diesem Jahr ihren Altergenossen in Kambodscha. Viele hatten sich angemeldet und die jungen Könige eingeladen, viele riefen sie auch unterwegs im Vorbeigehen in ihre Wohnungen und Häuser. „Kommt auch zu uns!“ –

 

Gerne brachten die Kinder und Jugendlichen den Segen und die Frohe Botschaft vom neugeborenen Gottessohn mit ihren Liedern und Gebeten in die Häuser und schrieben den alten Segensgruß an die Tür.

 

Unser Bischof Heinz Josef Algermissen hat kürzlich überzeugend analysiert, warum so viele die Sternsinger herbeiwünschen und sich ihnen viele Türen öffnen.

 

Mit ihrem Besuch bei uns zu Hause „durchbrechen sie ein Tabu“, so der Bischof. Immer mehr wird Religionsausübung auf den Raum der Gotteshäuser und in das rein Private zurückgedrängt. Für Viele wird der Glaube nicht mehr öffentlich gelebt. Doch die Sehnsucht nach Gott bleibt in den Menschen, auch wenn vielleicht ganz tief im innersten verborgen, so tief, dass es vielen gar nicht mehr bewusst ist.

 

Mit den Kindern und Jugendlichen kommen Gottes Frohe Botschaft und der Neujahrssegen direkt zu uns. Wir werden ganz persönlich angesprochen.

Bischof Algermissen verbindet sein Lob für die tatkräftigen jungen Leute mit offener Kritik am „Sitzungschristentum“, in dem das „Management der Pastoral“ zu sehr verharre.

Auch Jesus machte in Emmaus einen Hausbesuch, und die Herzen der zwei Jünger entflammten neu.

 

Also, nichts wie raus zu den Menschen,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

Zum Neuen Jahr (01/11)

 

Ich wünsche Dir Frieden da,

           wo du lebst in der Welt.

 

Ich wünsche Dir Menschen,

           vor denen Du denken und reden kannst,

           ohne selbst verraten zu werden.

 

Ich wünsche Dir ein gutes Verhältnis zu allen,

           mit denen Du täglich zusammen bist.

 

Ich wünsche Dir,

           dass Du an Gott glauben kannst

           wie ein Blinder, der zwar die Sonne nicht sieht,

           aber ihre Wärme spürt.

 

Ich wünsche Dir,

           Zeit zu haben für Dich und für die anderen.

           Vor allem viel Zeit, um zuhören zu können.

 

Ich wünsche Dir Menschen, die Dir sagen:

           „Es ist gut, dass es Dich gibt!“

 

Ich wünsche Dir, nie verlassen zu werden,

           den richtigen Weg zu finden,

           und dazu den Mut, ihn auch zu gehen.

 

Ich wünsche Dir Menschen,

           die auch dann Deine Freunde sind, wenn Du sie wirklich brauchst.

 

Ich wünsche Dir Gesundheit und Zufriedenheit,

           einen frohen Tag und vor allem Gottes Segen.

 

 

 

Pfarrer Andreas Weber

 

 

Eine Weihnachtslegende (12/2010)

 

Es war einmal ein hartherziger Hirte, der sich und anderen nichts Gutes gönnte. Eines Nachts kam ein Mann zu ihm und bat um Feuer. Doch der hartherzige Hirte hetzte seine Schäferhunde auf den Fremden. Diese bissen ihn ins Bein und in seine Hand, und einer hängte sich sogar an seine Kehle. Aber zum großen Erstaunen des Hirten zeigten die Bisse keinerlei Wirkung. Der Fremde blieb völlig unverletzt.

Nun war der Fremde ganz nahe gekommen und sagte zu dem Hirten: „Guter Freund, hilf mir und leih mir eine wenig von deinem Feuer. Meine Frau hat soeben ein Kind geboren, und ich muss ein Feuer machen, um den Kleinen zu wärmen.“

Da erwachte in dem Hirten wieder der alte Menschenhass. Da er wusste, dass weit und breit kein Eimer und keine Schaufel zu finden waren, um die glühenden Kohlen fort zutragen, sagte er zu dem Fremden: “Nimm von den glühenden Kohlen, so viel du brauchst.“ Und seine Schadenfreude begann zu wachsen.

Da erhob der Fremde die glühenden Kohlen mit bloßen Händen auf und legte sie in seinen Mantel, und weder seine Hände noch sein Mantel wurden verbrannt. Der hartherzige Hirte wunderte sich zutiefst und fragte den Fremden: „Was ist das für eine seltsame Nacht heute?“

Da gab der Fremde zur Antwort: „Mit Worten kann ich dir das nicht beschreiben. Komm mit und sieh!“

Der Hirte ging mit. Und sie kamen zu einem Viehstall. Im Stall kniete die Mutter neben ihrem Kind, das in einem Futtertrog lag. Etwas weiter hinten standen ein Ochse und ein Esel.

Da wurde die verhärtete Seele des Hirten weich. Das eiskalte Herz begann zu schmelzen, als er das frierende zitternde Kind sah.

Und er nahm seinen dicken Mantel und deckte das Kind damit zu. Tränen standen in seinen Augen, und er fiel auf die Knie – vor diesem Kind.

 

Ein Kind kann eisige Herzen auftauen. Die Heilige Nacht ist jedes Jahr eine einmalige Chance, das Kind aus der Krippe in dein Herz zu legen. Und du wirst dich wundern, wie dieses Kind dich verändert und wie das Eis in deinem Herzen zu schmelzen beginnt,

 

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Warten können (12/2010)

 

Warten ist langweilig, verlorene Zeit, im Wartezimmer, in der Warteschleife, an der Kasse im Geschäft, auf eine Antwort, einen Besuch…

Beim Warten sind wir ohnmächtig, andere oder äußere Bedingungen sind mächtiger als unsere Ungeduld.

Warten kann eine harte Zeit sein, wenn wir warten, was passiert oder wenn wir etwas Schlimmes befürchten, z. B. auf eine Absage bei einer Bewerbung oder den Befund einer ärztlichen Untersuchung.

Auch wenn wir auf etwas Schönes warten, kann die Zeit lang sein. Wie lange kamen mir als Kind die Tage bis Weihnachten vor? Im Warten auf etwas Schönes kommt Vorfreude dazu, Spannung, aber auch Neugierde und Unruhe. Innerlich fühlt man sich gedrängt.

Es kostet Kraft, die Unruhe auszuhalten. Wir können nichts erzwingen, wir dürfen es erwarten.

„Wonach Du jagst, das erreichst Du nie. Was Du wachsen lässt, das fliegt Dir zu!“, heißt es in einer alten Erfahrung.

 

Der Advent ist geprägt von dieser spannungsvollen Erwartung. In den Liedern kommt das zum Ausdruck. „Macht hoch die Tür“ – „O Heiland reiß die Himmel auf!“ – „Wo bleibst Du Trost der ganzen Welt?“ –  „Gott naht sich mit neuer Huld“.

Warten erfordert Geduld und Wachsamkeit. Der Advent kann helfen, dass dies gelingt. Wer alles gleich haben will und überhaupt nicht warten kann, wer alle Bedürfnisse sofort befriedigt haben will, der wird immer von außen gelenkt und unzufrieden sein. Warten macht das menschliche Herz weit und zeigt, dass uns manchmal Wesentliches fehlt.

Warten heißt, unser Leben auf Gott hin zu öffnen, nicht einfach sitzen bleiben, sondern die Tür öffnen, weit auf machen.

„Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen.“

Für Gott eine Schneise  frei schlagen in unserem Terminkalender, einige Minuten Zeit nehmen für das Gebet, einen guten Adventskalender mit guten Gedanken, in der Bibel lesen, im Advent empfiehlt sich der Prophet Jesaja, die frühe Lichtermesse (Rorate) in der Kirche, die Eucharistiefeier auch mal am Werktag, die stille Anbetung, wenn auch nur kurz in der offenen Kirche, nach Menschen schauen, die auf uns warten…

 

Warten können lohnt sich,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Ein König ohne Krone (11/2010)

Beim Wort „König“ kann uns  Unterschiedliches einfallen. Macht und Herrschaft, Majestät und vornehmes Leben. Märchen und alte Geschichten. In unserer Zeit interessieren sich nur noch bestimmte Medien und Berichterstatter für den Lebenswandel der Menschen in den Königshäusern.

Über dem Kreuz Jesu brachte Pilatus die Inschrift an: Jesus von Nazareth, König der Juden. In einem modernen Lied heißt es: „Ein König ohne Krone, ein König ohne Schloss, was ist das für ein König bloß?“

Paradox vertauscht: Die Königskrone ist die Dornenkrone und der Königsthron ist das Kreuz. Wirklich ein ganz neues Königtum – nicht von dieser Welt. Aber gerade deshalb echt und überzeugend. Durch die Erniedrigung und das Kreuz hat Jesus Christus erst recht gewonnen. Die Auferstehung macht ihn zum Sieger und echten König.

Dies feiert die Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres. Mit Christus, dem König bringt sie das  Kirchenjahr kurz vor dem neuen Advent zu einem Abschluss und singt in der Eucharistiefeier: „… Wenn einst die ganze Schöpfung seiner Herrschaft unterworfen ist , wird er dir seinem Vater, das ewige alles umfassende Reich übergeben: das Reich der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens…“

Die Heilige Elisabeth, deren Fest wir in diesen Tagen ebenfalls feiern, legte übrigens ihre eigene echte Krone, die sie als Königstochter und Landesherrin von Thüringen

trug,  zu Füssen eines Kreuzes ab. „ Kann ich denn eine Königskrone tragen, solange mein richtiger König, Jesus Christus die Dornenkrone trägt.

 

Eigentlich echt königlich

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Zum Weltmissionstag (10/2010)

 

Geh und handle genauso!“

„Geh und handle genauso!“ Originalton Jesu aus dem Lukas- Evangelium (Lk 10,37) ist das Leitwort des diesjährigen Weltmissionssonntags. Die Aktion stellt dieses Jahr Mutter Theresa aus Kalkutta zu ihrem 100. Geburtstag mit vielen Ordensfrauen aus Indien und aller Welt in den Mittelpunkt.

Im von ihr gegründeten Waisenhaus in Kalkutta hat sie folgende Zeilen auf einer Tafel an der Wand anbringen lassen:

Reben am Weinstock Jesus

Nimm die Zeit zu beten.

Nimm dir Zeit zu lachen.

Nimm die Zeit zu denken

Das ist die Quelle der Kraft-

Das ist die größte Macht auf Erden.

Das ist die Musik der Seele.

Nimm dir Zeit zu spielen.

Nimm dir Zeit zu lieben

Und geliebt zu werden.

Nimm Dir Zeit zu geben.

Das ist das Geheimnis ewiger Jugend.

Das ist das von Gott verliehene Privileg.

Der Tag ist zu kurz, um egoistisch zu sein.

Nimm dir Zeit zu lesen.

Nimm dir Zeit freundlich zu sein.

Nimm dir Zeit zu arbeiten.

Das ist die Quelle der Weisheit.

Das ist die Straße zum Glück.

Das ist der Preis des Erfolges.

 

Nimm dir Zeit für Werke der Nächstenliebe.

Sie sind der Schlüssel zum Himmel.

„Nimm dir Zeit“  -  Glaube, Mission und Nächstenliebe in guter Tat gehören zusammen.

Eigentlich ganz einfach, und nicht nur für Kalkutta gültig

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Nimm Dir Zeit und nicht den Sonntag (09/2010)

 

 

 

„Es gibt ja bald wieder Ferien!“, sagte kürzlich ein Schüler beim Schulbeginn.

 

Wir Menschen brauchen Zeiten zur Entspannung und Erholung. Nur die Sehnsucht nach diesen Tagen reicht nicht aus. Im Alltag ist ein ausgewogenes Maß an Arbeit und Ruhe wichtig. Im jüdischen und später christlichen Umfeld wusste man immer um diesen Zusammenhang. Gottes Gebot: „Gedenke, dass Du den Sabbat heiligst!“,  wird diesem Grundbedürfnis des Menschen  auch in der Begegnung mit Gott gerecht.

 

Der Sabbat, der Sonntag, ist für den Menschen da, zugleich aber auch Tag für Gott. Im Beten und Singen, Danken und Bitten feiern wir nicht aus Pflicht, sondern in innerer Freiheit und Treue den Tag der Auferstehung; Gott begegnen im Sakrament der Eucharistie, in seinem Wort und in der Gemeinschaft der Gläubigen.

 

Sonntag, weil`s gut tut!

 

Dem neuen Gott, den viele Konsum nennen, darf der Sonntag nicht geopfert werden.

 

Gut, dass die Kirche diesen wichtigen Zusammenhang immer wieder in Erinnerung ruft.

 

Den Sonntag schützen wir am besten, in dem wir ihn feiern.

 

Statt mit „Es gibt ja bald wieder Ferien!!“ könnte der Schüler sich auch mit dem Wort trösten: „Es ist ja bald wieder Sonntag!“

 

 Have a break, have a Sunday!

 

Nimm Dir Pausen,  nutz den Sonntag!

 

 

Eigentlich toll, dass es den Sonntag gibt,

 

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Auf ein Wort – zum Kirchweihfest (08/2010)

 

„Wenn aus bedecktem Himmel

ein Sonnenstrahl in eine trübe Gasse fällt,

so ist es einerlei, was er trifft:

die Flaschenscherbe am Boden,

das zerfetzte Plakat an der Wand

oder den blonden Flachs eines Kinderkopfes;

er bringt Licht, er bringt Zauber,

er verwandelt und verklärt.“                       (Hermann Hesse)

 

 

Der Sonnenstrahl in der trüben Gasse, egal, wo er hinfällt: „…er bringt Licht, er bringt Zauber, er verwandelt und verklärt.“

 

Ein guter Gedanke des Dichters  zu unserem Kirchweihfest.

Bei dem Wort Kirche denken viel zuerst an das Gebäude, an Verwaltung, an Gebote und Kirchensteuer, in den letzten Wochen und Monaten auch an Skandale, schlechte Presse und viel Ärger.

Kirche ist aber wesentlich mehr. Was die Kirche wirklich ist, lässt sich nur an Jesus Christus ablesen. Er hat als Sohn Gottes das Reich Gottes verkündet. Er sammelt Menschen um sich, heilt Kranke, treibt Dämonen aus und hält Mahl mit Sündern. Er unterweist die Jünger und sendet sie aus, damit sich immer mehr Menschen dieser frohen Botschaft öffnen. Das ist der Anfang der Kirche. Nach der Himmelfahrt schenkt Christus seiner Kirche im Heiligen Geist seinen bleibenden Beistand. Christus lebt in seiner Kirche weiter. Durch alle Zeiten – bis auf den heutigen Tag.

Die Bibel schenkt uns dafür lebendige Bilder, z.B. das vom Weinstock und den Reben. Nur in Verbindung mit dem Weinstock und seinen lebendigen Wurzeln können die Reben Frucht bringen und überleben, so geht es auch den Christen. Oder bei Paulus das Bild vom Leib und den Gliedern. Die Kirche ist ein lebendiger Organismus. Durch Taufe, Firmung, die Eucharistie, die Umkehr und die anderen Sakramente sind wir als Christen diesem Organismus eingepflanzt, ja implantiert und gehören fest dazu.

 

Kirche sind wir nur in Anbindung an Jesus Christus selbst. Kirche das sind wir als Pfarrgemeinde St. Elisabeth: bunt und fröhlich katholisch – immer auch daheim im Bistum und in der großen Weltkirche  mit Bischof und Papst.

 

Mit Christus können wir alle der Sonnenstrahl sein, der auf die trübe Gasse fällt. Dann gilt gerade heute: „…er bringt Licht, er bringt Zauber, er verwandelt und verklärt!“….

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

 

Ferien: Daheim oder in der Ferne (07/2010)

 

Es ist Urlaubszeit, viele haben Ferien. Volle Züge, überfüllte Autobahnen, ausgebuchte Hotels und lange Warteschlangen an den Grenzen und Flughäfen werden in Kauf genommen. Viele suchen die Weite.

Doch am Ziel angekommen, werden immer auch die eigenen Füße gebraucht. Straßen, Wege, Gipfel – zum richtigen „Wandern“ gehören immer auch die sehenden Augen und das offene Herz, mit denen wir die Schönheit der Natur „im großen Bilderbuch Gottes““ aufnehmen.

 

Manche sind auch unterwegs, um an heiligen Orten zu beten, zu bitten und zu danken. Wallfahrten und Pilgern ist wieder modern geworden, Gott sei Dank: ob mit modernen Verkehrsmitteln oder zu Fuß – betend und singend den Glauben bekennen und am Wallfahrtsort Gott und den Heiligen die Anliegen vortragen. Oft ist dies auch ganz in der Nähe oder Daheim möglich.

 

Vielleicht ist die Unruhe, die sich im Reisen vieler Menschen ausdrückt, auch Bild für das, was die Bibel immer wieder sagt: „Wir haben hier keine bleibende Stätte, so bleiben wir auf der Suche nach der ewigen, auf dem Weg zu Gott und dem Vaterhaus des Himmels.“

 

Egal ob man beim Reisen, Wandern oder Pilgern weite oder kurze Wege zurücklegt oder auch ganz einfach daheim  bleibt. Freude, Erholung und der Segen Gottes sind überall zu finden,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Feuer (06/10)

 

Gelobt seist,  mein Herr!

Durch Bruder Feuer;

Mit ihm erleuchtest du uns die Nacht.

Er ist schön und freundlich, gewaltig und stark.

Gelobt seist du mein Herr.

 

Der Heilige Franz von Assisi hat in seinem Sonnengesang diese  eigene Strophe über das Feuer gedichtet. Das Feuer gehört zu den elementarsten Voraussetzungen des menschlichen Lebens, zu den archetypischen Urkräften.

 Durch seine Wärme, das Licht und die reinigende Kraft zieht es Menschen in seinen Bann. Jung und alt. .Es erinnert an die Wahrheit Gottes, an seine Liebe. Die Bibel spricht oft in diesem Bild. Im brennenden Dornbusch (Ex 3,1-12), Gott spricht zu seinem Volk im Feuer (Dtn 4,9-15), das Pfingstereignis (Apg 2,1-4), das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt (1 Kor 3,10-15), das wahre Licht Christus (Joh 1,1-12, Joh 8,12).

Feuer hat auch eine zerstörerische Kraft, wenn es nicht unter Kontrolle ist. Die reinigende Kraft erinnert an das Gericht Gottes, an Prüfungen, die das Leben auferlegt.

Im ersten Petrusbrief heißt es: „Deshalb  seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist.“

Nach altem Brauch wird am Geburtstag Johannes des Täufers - zur Sommersonnenwende - das Johannesfeuer gesegnet – auch bei uns auf dem Kirchplatz.

Im Lukas Evangelium ist uns das Wort Jesu überliefert: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“

Im Licht und in der reinigenden Kraft des Feuers Jesu Christi gehen wir unseren Weg – gerade in diesen Tagen und Wochen

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Glaube ist ansteckend (05/2010)

 

Im Griechischen heißt die Zahl fünfzig: „pentekoste“. Dieses griechische Wort gibt dem Fest Pfingsten auch im Deutschen seinen Namen. Der fünfzigste Tag nach Ostern, der Auferstehung Jesu Christi, ist der Tag, an dem der Heilige Geist als mächtige göttliche Kraft neun Tage nach der Himmelfahrt Jesu auf die Jünger herabkam und großes bewirkt. Jeder konnte  sie in seiner Muttersprache verstehen, der Glaube wird international.

 

Ostern und Pfingsten gehören eng zusammen. „An Ostern wird eine Zündschnur entzündet, die an Pfingsten die ganze explosive Kraft von Ostern entladen und wirken lässt“, so drückte es Karl Rahner einmal aus.

Bewegung, Aufbruch, Feuer, Sturm, kräftige Sprache und  mächtige Worte kommen einem in den Sinn.

 

Feuer fangen für Jesus Christus, darauf brennen, den Glauben mit anderen zu teilen und weiterzugeben – das Pfingstfest in Jerusalem war damals der Start der Kirche, als Gemeinschaft derer, die von Jesus Christus begeistert sind. „Aus Angsthasen werden mutige Zeugen“, so sagte es einmal jemand, der über den Wandel der Apostel staunte. Erfüllt vom Heiligen Geist machen sie sich auf den Weg in alle Welt. Nur so konnte das Evangelium eines Tages auch jeden einzelnen von uns persönlich erreichen. Wir sind sozusagen vom Feuer des Glaubens angesteckt worden.

 

Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. In unserer Zeit hat diese Kirche – übrigens dieselbe wie damals – unser Gesicht. In unserem Gesicht, in unserem Handeln und in unserem Glauben wollen die Menschen Christus und seine Kirche erkennen.

 

 „Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat uns aufgeweckt, und das Feuer brennt hell.“, heißt es in einem Pfingstlied.

 

Eigentlich gut, dass der Glaube ansteckend ist,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 Zu Christi Himmelfahrt: Etikett und Inhalt (5/2010)

 

In einem Zeitungsartikel war kürzlich folgendes zu lesen:

„…eigentlich wundert uns heutige Menschen schon gar nichts mehr. Aber da horchen wir dann doch auf, wenn ein Japaner, der zu Ostern den „goldenen Westen“ des so genannten  „Christlichen Abendlandes“  besucht hat, zu Hause in Japan einen Artikel über das „Hühnerfest“ in Europa schreibt. Keine Frage eigentlich, dass er damit Ostern gemeint hat. Dass es so weit gekommen ist, daran sind wir Christen  auch selbst schuld; denn unsere religiösen Feste sind wie leere Flaschen: Etikett schön, Inhalt leer. Auf der Weihnachtsflasche klebt das Etikett „Weihnachtsmann“, auf der Osterflasche ist ein Konterfei des merkwürdigen vierbeinigen Säugetiers, das Eier legt, auf der Christihimmelfahrtsflasche steht „Herrenparty und auf der Pfingstflasche „Camping“…“

Der Artikel mag zunächst zum Schmunzeln anregen, stimmt aber auch nachdenklich.

Was ist aus unseren christlichen Festen mit tiefem religiösen Inhalt geworden?

Es wäre schade und schlimm, wenn sie nur noch leere Flaschen mit schönem Etikett wären…

Daher ist es gut, sich immer wieder an den tiefen christlichen Ursprung und die Feier der Feste im Kirchenjahr zu erinnern, besonders auch bei denen, die wir in den kommenden Wochen feiern:

Christi Himmelfahrt, als himmlische Vollendung des Weges Jesu nach seiner Auferstehung an Ostern. Hier entdecken wir auch das Ziel für unseren Lebensweg. Die Gottesdienste unter freiem Himmel und die Prozessionen erinnern daran.

Pfingsten als machtvolles Fest des Heiligen Geistes und als Geburtstag der Kirche, auch heute noch.

Fronleichnam als frohes feierliches Fest der Gegenwart Gottes im Sakrament des Leibes und Blutes Christi. Christus selbst ist da und begleitet uns.

Die christlichen Feste – in unserer Heimat hoffentlich keine leeren Flaschen – füllen wir am besten, indem wir sie und jeden Sonntag innerlich  und auch äußerlich in den Gottesdiensten mitfeiern,

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Zu Ostern: Etikett und Inhalt (04/2010)

 

In einem Zeitungsartikel war kürzlich folgendes zu lesen:

„…eigentlich wundert uns heutige Menschen schon gar nichts mehr. Aber da horchen wir dann doch auf, wenn ein Japaner, der zu Ostern den „goldenen Westen“ des so genannten  „Christlichen Abendlandes“  besucht hat, zu Hause in Japan einen Artikel über das „Hühnerfest“ in Europa schreibt. Keine Frage eigentlich, dass er damit Ostern gemeint hat. Dass es so weit gekommen ist, daran sind wir Christen  auch selbst schuld; denn unsere religiösen Feste sind wie leere Flaschen: Etikett schön, Inhalt leer. Auf der Weihnachtsflasche klebt das Etikett „Weihnachtsmann“, auf der Osterflasche ist ein Konterfei des merkwürdigen vierbeinigen Säugetiers, das Eier legt, auf der Christihimmelfahrtsflasche steht „Herrenparty und auf der Pfingstflasche „Camping“…“

 

Der Artikel mag zunächst zum Schmunzeln anregen, stimmt aber auch nachdenklich.

Was ist aus unseren christlichen Festen mit tiefem religiösen Inhalt geworden?

 

Es wäre schade und schlimm, wenn sie nur noch leere Flaschen mit schönem Etikett wären…

Daher ist es gut, sich immer wieder an den tiefen christlichen Ursprung und die Feier der Feste im Kirchenjahr zu erinnern, besonders auch bei denen, die wir in den kommenden Wochen feiern:

Christi Himmelfahrt, als himmlische Vollendung des Weges Jesu nach seiner Auferstehung an Ostern. Hier entdecken wir auch das Ziel für unseren Lebensweg. Die Gottesdienste unter freiem Himmel und die Prozessionen erinnern daran.

 

Pfingsten als machtvolles Fest des Heiligen Geistes und als Geburtstag der Kirche, auch heute noch.

 

Fronleichnam als frohes feierliches Fest der Gegenwart Gottes im Sakrament des Leibes und Blutes Christi. Christus selbst ist da und begleitet uns.

 

Die christlichen Feste – in unserer Heimat hoffentlich keine leeren Flaschen – füllen wir am besten, indem wir sie und jeden Sonntag innerlich  und auch äußerlich in den Gottesdiensten mitfeiern,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

Auf ein Wort:  Zur Karwoche und zu Ostern (03/10)

 

Die Stärksten, die Schnellsten und die Geschicktesten sind heute gefragt. Riesige Startgelder verdienen sie und noch mehr bei jedem Sieg. Für hohe Ablösesummen werden sie gehandelt. Ein schönes Gesicht, eine gute Figur können genügen, um in dieser Welt – zumindest kurzfristig Karriere zu machen. Die beste Show, die flottesten Sprüche kommen an.

Karriere kann sich auch schnell ins Gegenteil umkehren. Die neuen Moralinstitute, Medien und Blätterwald strafen schnell ab, wenn hinter der Fassade jemand schwach geworden ist. Die öffentliche Meinung stößt schnell auch wieder vom Treppchen herunter.

Ein anderes Bild vom Menschen hören wir in der Liturgie des Karfreitags im „Lied vom Gottesknecht“, geschrieben im 6. Jhd. v.Chr. vom Propheten Jesaja und in Erfüllung gegangen durch Jesus Christus selbst (Jes 52,13-53,12): „Seht mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben. Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen möchten.  Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut, … wir schätzten ihn nicht.“

Nein, der gemarterte geschundene und blutende Jesus entspricht wirklich nicht unseren Schönheits- und Erfolgsidealen.

Gott sieht den Menschen mit anderen Augen. Er hat gerade an jenen Gefallen, die bei Schönheitswettbewerben keine Chance haben oder sich durch eigene Schuld verrannt haben.„Durch seine Wunden sind wir geheilt. Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen.“ Jes 52

Der Karfreitag macht deutlich, dass Jesus auf der Seite der Geschlagenen und Geschundenen steht. Gottes Blick ruht auf allen  Menschen. Keiner hat das Recht, den anderen zu verachten. Ostern ist der Sieg  über Demütigung und Verachtung bis zum heutigen Tag.

Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen.“(Jes52).

Jesus geht mit uns durch das Dunkle der Karwochen unseres Leben hin zum Licht und Sieg des Osterfestes. Bei ihm haben wir eine Chance. Er lebt, und deshalb dürfen auch wir leben, sogar ewig, Halleluja,

 

darüber freut sich Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Zu Aschermittwoch und Fastenzeit (02/10)

 

Bedenke Mensch, dass du Stab bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.

 

Mit diesen Worten legt der Priester den Gläubigen am Aschermittwoch die Asche auf und zeichnet ein Kreuz auf die Stirn. Die Asche ist übrig geblieben vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres. Das sieht man ihr aber nicht an.

 

Asche ist seit alters her ein Zeichen der Vergänglichkeit und der Buße. Schon bei den Israeliten, aber auch bei Ägyptern, Arabern und Griechen war das Bestreuen des Hauptes mit Asche  ein deutliches Zeichen für die Klage und die Bereitschaft zur Umkehr. In der alten Kirche gingen öffentliche Sünder im rauen Gewand und mit Asche bestreut ihre Zeit der Buße  und Wiedergutmachung an. Diese Sitte berief sich auf Gewohnheiten, die auch im Alten und Neuen Testament beschrieben waren (Ps 102,10, Jes 58,5, Mt 11,21). Die Christen der Urkirche nahmen vom  Aschermittwoch 40 Tage lang als Zeit der Umkehr und Hinordnung auf Ostern, In den ersten Jahrhunderten sehr streng als Bußleistung für schwere Sünden. Mit dem Verschwinden der öffentlichen Buße blieb doch der Brauch der Bestreuung mit Asche als Zeichen der inneren Bereitschaft.

 

Asche: Neben dem Zeichen der Zerknirschung und Buße ist Asche auch Zeichen für den Tod: Bedenke Mensch, dass du sterben wirst, alles wird vergehen, du auch!

           Lebe bewusst und entschieden, nutze die Zeit, die dir bleibt.

 

Asche: Früher haben Menschen mit Asche Dinge sauber gemacht und gewaschen. Asche ist Zeichen der Reinigung. Zeichen des reinigenden Feuers.Lass dich von Gott

           Lass dich von Gott reinigen. Zeige Gott deine Sünden un d lass dich befreien.

 

Asche: In manchen Gegenden werden im Herbst die Stoppelfelder abgebrannt. Asche ist Dünger für den Boden. Asche schafft die Voraussetzung für neues Leben.

 

Asche: Für mich jedes Jahr Erinnerung daran, bewusst zu leben. Was ist wirklich wichtig.

 

Eigentlich gut, den Aschermittwoch mit den 40 Tagen auf Ostern hin als neue lebendige Chance zu nutzen

 

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Bedenke Mensch, dass du Stab bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst. (02/2010)

 

Mit diesen Worten legt der Priester den Gläubigen am Aschermittwoch die Asche auf und zeichnet ein Kreuz auf die Stirn. Die Asche ist übrig geblieben vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres. Das sieht man ihr aber nicht an.

 

Asche ist seit alters her ein Zeichen der Vergänglichkeit und der Buße. Schon bei den Israeliten, aber auch bei Ägyptern, Arabern und Griechen war das Bestreuen des Hauptes mit Asche  ein deutliches Zeichen für die Klage und die Bereitschaft zur Umkehr. In der alten Kirche gingen öffentliche Sünder im rauen Gewand und mit Asche bestreut ihre Zeit der Buße  und Wiedergutmachung an. Diese Sitte berief sich auf Gewohnheiten, die auch im Alten und Neuen Testament beschrieben waren (Ps 102,10, Jes 58,5, Mt 11,21). Die Christen der Urkirche nahmen vom  Aschermittwoch 40 Tage lang als Zeit der Umkehr und Hinordnung auf Ostern, In den ersten Jahrhunderten sehr streng als Bußleistung für schwere Sünden. Mit dem Verschwinden der öffentlichen Buße blieb doch der Brauch der Bestreuung mit Asche als Zeichen der inneren Bereitschaft. 

 

Asche: Neben dem Zeichen der Zerknirschung und Buße ist Asche auch Zeichen für den Tod: Bedenke Mensch, dass du sterben wirst, alles wird vergehen, du auch!

           Lebe bewusst und entschieden, nutze die Zeit, die dir bleibt. 

 

Asche: Früher haben Menschen mit Asche Dinge sauber gemacht und gewaschen. Asche ist Zeichen der Reinigung. Zeichen des reinigenden Feuers.Lass dich von Gott

           Lass dich von Gott reinigen. Zeige Gott deine Sünden un d lass dich befreien. 

 

Asche: In manchen Gegenden werden im Herbst die Stoppelfelder abgebrannt. Asche ist Dünger für den Boden. Asche schafft die Voraussetzung für neues Leben. 

 

Asche: Für mich jedes Jahr Erinnerung daran, bewusst zu leben. Was ist wirklich wichtig. 

 

Eigentlich gut, den Aschermittwoch mit den 40 Tagen auf Ostern hin als neue lebendige Chance zu nutzen

 

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Seelsorge in der digitalen Welt (01/2010)

 

Wenn Sie diese Zeilen lesen befinden Sie sich in der digitalen Welt. Eine Form der Kommunikation, die es erst seit kurzem gibt, zumindest in dieser großen und rasenden Verbreitung.

Die Kirche hat sich von Anfang an dieser modernen Mittel der Kommunikation bedient und tritt so in Kontakt mit ihrer Umgebung und kann einen weitreichenden Dialog herstellen.

Übrigens geht Papst Benedikt XVI. da mit gutem Beispiel voran: So ist die Frohe Botschaft aus päpstlichem Mund auch im Internetportal YouTube immer aktuell abrufbar.

Darüber hinaus hat der Vatikan eine eigene Internetseite.

 

In seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel geht der Heilige Vater auf das Internet als Verkündigungschance für die Priester ein.

Er schreibt:

 

„Auch in der digitalen Welt soll bekannt werde, dass die Zuwendung Gottes zu uns in Christus nicht eine Sache der Vergangenheit ist und auch keine gelehrte Theorie, sondern eine ganz und gar konkrete und aktuelle Wirklichkeit. Die Seelsorge in der digitalen Welt muss in der Tat den Menschen unserer Zeit und der verirrten Menschheit von heute zeigen können, dass Gott uns nahe ist, dass wir in Christus alle einander zugehören!“

 

Ganz schön fortschrittlich,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Zu Dreikönig:  Echt königlich (01/2010)

 

 

Matthäus berichtet in seinem Evangelium von den Sterndeutern, den Männer aus dem Orient, die das Kind in der Krippe suchen und anbeten - aus der Ferne, Vertreter der Heiden. Die Tradition hat in ihnen schon immer Könige gesehen.

 

Königliche Menschen, die sich ihrer Würde bewusst sind. Und trotzdem: Sie machen sich auf den Weg, verlassen ihr Paläste.  Sie fallen vor dem Kind nieder, beten es an. Im göttlichen Kind erkennen sie, was ihnen fehlt.

 

In diesem Kind strahlt Gott selbst auf, ja es ist Gott selbst.

 

Wenn Gott in einem Menschen aufstrahlt:  Dann wird der Mensch zu dem, was er eigentlich sein soll: ein einmaliger, einzigartiger Ausdruck Gottes.

 

Der wahre König ist der, in dem Gott herrscht, frei von der Herrschaft der Launen und Leidenschaften, dann hat kein Mensch Macht über uns, von niemandem sind wir abhängig -  wirklich königlich.

 

Die Heiligen Drei Könige breiten ihre eigenen Schätze aus: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Gaben zeigen, wer das Kind Mariens ist:

 

Gold: Gott selbst ist in diesem Kind Mensch geworden: Er ist der wahre König. Gold weist auf den Glanz hin, es ist das Geschenk für den Königssohn.

 

Weihrauch: Der Weihrauch steigt zum Himmel auf und öffnet den Himmel für unser Leben.  Weihrauch ist das Geschenk für den Gottessohn

 

Myrrhe: Das Heilmittel aus dem Paradies soll die Wunden der Menschen heilen. Sie erinnert an das Schwere im Leben, auch an das Sterben.

             Die Myrrhe ist das Geschenk für den Heiland: den Menschensohn.

 

 

Die Könige mit ihren Gaben erinnern daran, dass Gott durch seine Geburt will, dass wir königliche Menschen sind  - Königssöhne und Königstöchter.

 

König ist der, der selbst lebt, anstatt von außen gelebt zu werden,  der selbst herrscht, anstatt von anderen beherrscht zu werden. Durch Jesu Menschwerdung tragen wir das Göttliche in uns und die göttliche Kraft zur Heilung – sogar über den Tod hinaus.

 

Echt königlich  -

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

 

Wissen das denn auch die Menschen? Wenn die Tiere im Wald Weihnachtswünsche haben (12/2009)

 

Die Tiere des Waldes diskutierten über Weihnachten. Was ist wohl das Wichtigste an Weihnachten?

„Na klar, Gänsebraten“, sagte der Fuchs, „was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!“ –

„Schnee“, sagte der Eisbär, „viel Schnee!“ Und er schwärmte verzückt: „Weiße Weihnachten feiern!“

„Dann muss aber auch geschoben werden“, sagte das Eichhörnchen, „ wenn nicht geräumt ist, ist kein Weihnachten.“

Das Reh sagte: „Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern.“

„Aber nicht so viele Kerzen“, heult die Eule, „schön schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache!“

„Aber mein neues Kleid muss man sehen“, sagte der Pfau, „wenn ich kein neues Kleid kriege ist für mich kein Weihnachten.“

„Und Schmuck“, krächzte die Elster, „jede Weihnacht kriege ich was: Einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste.“

„Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen“, brummte der Bär, „das ist doch die Hauptsache, wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich lieber auf Weihnachten.“

„Mach es wie ich“, sagte der Dachs, „pennen, pennen, das ist das Wahre an Weihnachten, mal richtig ausschlafen!“

„Und saufen“, ergänzte der Ochse, „mal richtig einen saufen und dann pennen“.

Dann aber schrie er „Aua!“, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: „Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?“

Das senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: “Das Kind, ja das Kind , das Kind ist die Hauptsache.“

„Übrigens“, fragte der Esel: „Wissen das denn auch die Menschen?“

 

Eigentlich  eine ziemlich menschliche Geschichte,

 

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Zum Advent

Schneller als erwartet ist er da der 25. Dezember. Ein Fest kann nur feiern, wer gut vorbereitet ist. Unsere Vorfahren wussten , neben aller „äußeren“ Vorbereitung gehört auch die innere Einstimmung dazu, so „erfanden“ sie die Adventszeit als Zeit der inneren Vorbereitung. Gott wird Mensch – Unbegreifliches wird da gefeiert –

Ein echt christlicher Adventskalender mit Texten und Gebeten für jeden Tag kann da helfen.

Auch die Liturgie.

Kürzlich sagte jemand: „In der Adventszeit feiere ich die Gottesdienste bewusster mit – auch werktags gehe ich hin!“ – „Mich stimmt die Rorate-Messe am Mittwoch um 6.15 Uhr ein!“ – Eine andere sagt:“Für mich gehört auch die persönliche Besinnung und Umkehr dazu: Ohne Beichte kann ich nicht richtig Weihnachten feiern!“ – „Ich plane mir jeden Tag eine ruhige halbe Stunde ein zum Nachdenken und Beten, morgens ganz früh,“ meint ein anderer.—

In den Adventstagen ist die Sehnsucht nach Wärme und Licht, nach Glück und Ruhe, Gemeinschaft, Geborgenheit und Frieden stärker als sonst.

Wir können etwas ahnen von der Erfüllung unserer Sehnsucht, von der Liebe, die Gott absichtslos und ohne Hintergedanken schenkt


Meint Pfarrer Andreas Weber

 

Im Nebel

Nach einem schönen Sommer und Herbst stehen wir im Monat November. Die Tage werden kaum noch richtig hell. Nebel hüllt diesen Monat ein. Im Auto habe ich oft erlebt, dass Nebel plötzlich dicht und undurchdringlich wie eine Wand werden kann. Ein unheimliches Gefühl: Wie in einer dunstigen Waschküche sieht man kaum die Hand vor den Augen. Da bin ich froh, wenn ich jemanden vor mir habe, der den Weg bahnt – Fahren im Nebel ist gefährlich.

Im übertragenen Sinn gibt es solche Nebelphasen im Leben jedes Menschen: Krankheit, Trauer, Tod eines nahen Angehörigen, Schuld, Zweifel, Einsamkeit, Niedergeschlagenheit…

Hier entsteht die Sehnsucht nach einem Menschen, der aus einer solchen Lebenskrise herausführt, an den ich mich „dranhängen“ kann, der den Weg durchs Undurchsichtige bahnt. Er kann Licht in die eigenen Nebel bringen. Wir alle kennen solche Situationen und solche Menschen.

Am Beginn des Nebelmonats November feiern wir die Heiligen als Lichtblicke oder auch als „Nebelschlussleuchten“. An sie können wir uns „dranhängen“, sie geben uns Orientierung – nicht abgehoben, sondern mit vier Rädern auf der Straße – oder besser mit beiden Beinen auf dem Boden der Wirklichkeit. Es lohnt sich, das Leben des einen oder anderen Heiligen näher zu betrachten, auch von denen, die nicht offiziell heilig gesprochen sind.

Mit ihrer je eigenen Schuhgröße sind sie in die Fußstapfen von Jesus Christus getreten und führen uns zu ihm. Er brachte und bringt Licht in den Nebel der Armen, Kranken und Ausgestoßenen, in die Nebel, die jeden von uns umhüllen. Wir erkennen ihn neu als das menschliche Antlitz Gottes, das Wort, das alle Nebel zerreißt, ein Licht aus großer Höhe.

Der November lädt uns ein, über unsere eigenen Nebel nachzudenken und Ausschau zu halten nach Lichtblicken, die der Glaube aufweist.

Und vielleicht können wir ja selbst für andere zu solchen Lichtblicken werden. Jeder von uns hat das Zeug, heilig zu werden,

meint Pfarrer Andreas Weber

 

„Glaubst Du nur das, was Du siehst?“


Über diese Frage kam ich in der vergangenen Woche im Religionsunterricht in der Grundschule mit den Kindern ins Gespräch.

Nach kurzem Überlegen und einem Austausch der Ideen war sehr schnell und einhellig klar: Es gibt mehr als das, was wir direkt sehen können. Bespiele sind die Gedanken, die Gefühle, der Atem, Gott und die Engel.

Ja, Gott und die Engel wurden von den Kindern sehr schnell genannt. Einige der Kinder kannten sogar Gebete zum Schutzengel.

Wer hätte diese große gute Kraft Gottes, die uns vor manchem Unfall bewahrt, noch nicht selbst gespürt?

Nicht zu sehen und doch da.

Engel gibt es ganz sicher. Da waren sich die Kinder einig.

Die Engel sind Gottes Boten, wie die Bibel sagt, wunderschöne Wesen vom Himmel gesandt, um den Menschen zu helfen, ihnen Botschaften zu bringen oder sie zu warnen, ihnen Schutz zu geben…

Nie sind sie eigene Gottheiten, sondern von Gott geschaffen und von ihm und seinem Sohn Jesus Christus abhängig - immer in seiner Nähe und doch den Menschen ganz nah.

Das griechische Wort angelos heißt wörtlich der Bote.

Nur drei Engel werden in der Bibel mit Namen genannt: Der Erzengel Michael („Wer ist wie Gott?“) kämpft gegen das Böse und den Bösen, Gabriel („Kraft Gottes“) überbringt wichtige Botschaften an Maria und Zacharias und Raphael („Gott heilt“) ist guter Begleiter des jungen Tobias.

Neben den drei Erzengeln kennt die Bibel auch Luzifer, den gefallenen Engel, der sich zur Sünde verführen ließ und dadurch zu Gottes Erzfeind, zum Satan, zum Teufel wurde. Er will selber sein wie Gott. In der Offenbarung des Johannes lesen wir, wie Michael ihn und die anderen gefallenen Engel aus dem Himmel verbannt.

Die Cherubim und die Seraphim gehören zu den Chören der Engel, die singend und anbetend Tag und Nacht Gottes Thron umrunden. Bei der Feier der Eucharistie stimmt die Kirche in diesen Lobgesang ein.

Ja, wir glauben mehr als wir sehen und wir tun gut daran, wenn wir uns der starken unsichtbaren Macht und Kraft Gottes anvertrauen: Seine Engel, stehen auch uns zur Seite.

Dann brauchen wir vor nichts und niemand mehr Angst zu haben, denn gute Mächte beschützen uns

meint Pfarrer Andreas Weber









Übrigens: Die Kirche feiert die Engel an eigenen Festtagen: Die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael am 29.September

Die Heiligen Schutzengel am 2. Oktober

 

Ein Jubeljahr für St. Elisabeth – Kirchweih

Das Wort Jubel hat zwei Wurzeln – in der hebräischen Bibel bezeichnete yobel einen Widder, später das Widderhorn, das als Trompete diente. Alle 50 Jahre kündigte diese Trompete ein besonderes Jahr an, was Ruhe des Landes, die Befreiung der Sklaven, den Erlass der Schulden und die Freigabe und die Neuordnung des Eigentums beinhaltete. Das lateinische jubilium (von jubilare) bezog sich zunächst auf den Freudenruf der Hirten. In der Bibelübersetzung durch Hieronymus verschmolzen beide Bedeutungen: So wurde das Yobel-Jahr zum Jubel-Jahr. Seit Ende des Mittelalters bekam mit der Ausrufung des „Heiligen Jahres“ dieser Brauch eine neue Bedeutung als Jahr der besonderen Gnade und Heiligung der Gläubigen. Auch in der Alltagssprache findet es seitdem bei runden Jahreszahlen im Wort Jubiläum Verwendung.

Am Palmsonntag haben wir für unsere Pfarrei St. Elisabeth ein solches Jubeljahr ausgerufen. Ein Höhepunkt war der Besuch unseres Bischofs Heinz Josef Algermissen

am ersten Julli-Sonntag. Als Nachfolger der Apostel segnete und weihte er die neu renovierte St. Elisabeth Kirche, die als festes Gebäude immer auf das geistige Haus aus ledendigen Steinen, den Gläubigen verweist. Als guter Hirte unseres Bistums stärkt der Bischof den Glauben seiner Gemeinden. Im gut katholischen Verständnis macht der Bischofsbesuch deutlich, dass wir als einzelne Pfarrei immer zum größeren Ganzen des Bistums und der Weltkirche gehören.

Vor 45 Jahren, damals am 30. August 1964 weihte der damalige Bischof Adolf Bolte unsere Kirche nach der Neuerrichtung ein. Diesen „Geburtstag der Kirche“ feiern wir jedes Jahr als Kirchweih- und Pfarrfest – in unserem Jubeljahr besonders kräftig, und genau auf den Tag.


In diesem Sinn kann so das aktuelle Jubeljahr wirklich ein Jahr der Gnade und der Erneuerung werden, die 100 Jahre und die 45 Jahre sind eingebunden in die über 2000-jährige Geschichte der Christen – und das immer mit einem frohen Blick nach vorne

meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

 

Reif für die Insel


In den Ferien denken viele an den alten Schlager „Ich bin reif für die Insel…“.


Nach Monaten voller Arbeit und Beanspruchung in Fabrik, Büro, in Haus und Hof, in Schule und Familie, ja sogar in der Freizeit, fühlen sich viele reif für die Insel –

der Traum, endlich „weg“ zu können, vom Grau des Alltags. Die „Insel“ ist Ausdruck der Sehnsucht, Urlaub, Ferien, Meer, Berge, Kulturelles, viel freie Zeit…

Reif für die Insel – dazu gehört auch die innere Bereitschaft zur Ruhe, zum Abschalten, zur Entspannung, zum Zeit haben für andere. Ohne die innere Einstellung ist selbst auf der Insel wirkliche Erholung kaum möglich, Urlaub kann sogar zum Stress werden.

Zum erholsamen Urlaub, der neue Kräfte schenkt, gehört für viele auch das Atemholen und das Ausruhen bei Gott. Ein kurzes Gebet in einer Kapelle oder Kirche, die Messe am Werk- und Sonntag daheim oder in der Kirche des Ferienortes, ein religiöses Buch, die Heilige Schrift – das Markus-Evangelium ist so kurz und inhaltsreich, dass jeder Zeit finden könnte, es in den Ferien einmal zu lesen und zu meditieren.

Das Schöne in der Natur und im Menschen gilt es neu zu entdecken und auf Gott zu beziehen.


Reif für die Insel: Jeder Sonntag, auch außerhalb der Urlaubszeit, kann eine solche Insel sein. Deshalb sollte er als „Biotop“ der körperlichen und geistigen Erholung, als Urlaub im Alltag auch weiterhin unter „Naturschutz“ gestellt werden.

Ich wünsche Ihnen, den Besuchern unserer Internetseite, dass Sie in den kommenden Ferien Ihre Insel finden, die Ihnen Erholung, Kraft und Ruhe schenkt.

Übrigens: Oft ist sie gar nicht weit weg, sondern Daheim zu finden,


meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Auf ein Wort Neu im Monat Juni



Ob wir wach sind oder schlafen, ob wir daran denken oder nicht, eines unserer Organe – das Herz – ist dauernd aktiv. Spätestens bei gesundheitlichen Problemen werden wir uns unseres Herzens bewusst. Auch bei Freude und Aufregung schlägt es schneller.

Das Herz ist aber mehr als eine biologisch, medizinische Größe. Unsere Umgangssprache macht dies deutlich: „sein Herz verschenken“, „da blutet mir das Herz“, „herzlich grüssen“, „es tut mir im Herzen weh“ …

Unter Herz verstehen wir den pochenden Mittelpunkt unseres Fühlens und Denkens, die Mitte unseres menschlichen Wesens, da wo der Mensch in die Tiefe geht, wo Begeisterung, Sehnsucht Zuneigung und Liebe ihren Ursprung haben. Das „Herz“ ist auch der Bereich, wo wir Gott begegnen. In den Schriften des Alten Testaments wird das Wort „Herz“ 850 mal, im Neuen Testament 170 mal gebraucht.

In meiner Heimatkirche in Dorfborn zeigt das moderne Altarfenster aus Buntglas Christus am Kreuz. Seine Seite ist geöffnet, aus dem Herzen fließt Blut heraus – in einen goldenen Kelch, den Maria, die Mutter Jesu, hält. Zu diesem Bild fällt mir bei der Betrachtung oft ein Satz aus der Präfation (Hochgebet) vom Herz-Jesu-Fest ein: „Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.“

Gott hat ein Herz für die Menschen, in Jesus Christus greifbar, verwundet für uns. Durch die Sakramente schenkt uns Gott sein Herz und seine Gnade. Die Verehrung des Herzens Jesu ist seit dem Mittelalter verbreitet. Die Kirche feiert das Herz-Jesu-Fest am dritten Freitag nach Pfingsten, in diesem Jahr am 19.Juni. Auch an jedem ersten Freitag im Monat denken wir an das Herz Jesu.

Eigentlich eine gute Idee von unserem Papst, genau an diesem Tag ein besonderes Jahr für die Priester zu beginnen.

Wenn Gottes Herz für uns schlägt, dann können wir auch ein Herz füreinander haben,


meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Bete immer um den Heiligen Geist, dann wird alles gelingen!“


An diesen Rat meiner Großmutter denke ich an diesem Pfingstfest.


Nach der Himmelfahrt Jesus ziehen sich die Apostel mit Maria zurück und beten um den versprochenen Beistand, der am Pfingstfest dramatisch im Brausen und unter Feuerzungen auf die Menschen herabkommt. Aus „Angsthasen“ werden Zeugen – bis zur Hingabe des eigenen Lebens.

Seit der frühen Kirche wird die Fülle des Heiligen Geistes nach dem Propheten Jesaja in sieben Gaben eingeteilt:

Die Gabe der WEISHEIT hilft bei der Unterscheidung von Wichtigem und Unwichtigem, deutet Erfahrungen des Lebens und gibt Kraft zu mutigem Ja und Nein.

VERSTAND hat mit Verstehen zu tun, WISSENSCHAFT und Erkenntnis helfen, in Fragen und Problemen klar zu denken und zu sprechen.

„Einen guten Tipp geben“ erinnert an die Gabe des RATES. Diese Gottesgabe kann beeinflussen, was wir in bestimmten Lagen tun sollen. In der Gabe der STÄRKE finden wir die Kraft, das Gute zu tun.

In der Gabe der FRÖMMIGKEIT spüren wir das richtige Verhältnis zu Gott im Gespräch mit ihm und in der Liebe zu ihm und den Nächsten.

Mit GOTTESFURCHT ist nicht Angst, sondern Ehrfurcht, die Hochachtung vor Gott und den Menschen gemeint.

Gottes Geist ist natürlich immer viel umfassender und größer als dass man ihn auf eine bestimmte Zahl von Gaben beschränken könnte. Beten wir um den Heiligen Geist. Öffne wir uns für sein Wirken. Wir brauchen ihn, denn ohne Gottes Geist können wir auch heute nicht zurechtkommen.

Auf ihn dürfen wir vertrauen für die Zukunft von Kirche und Welt.

Besonders in den persönlichen Entscheidungen hilft er – jenseits von Perfektionismus und eigener Kraft,


meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

"Hier bin ich. Sende mich!“


Manchmal sieht man sie noch in unserer Gegend – aber selten: Große Schafherden, die auf freier Wiese, meistens im Frühjahr oder Herbst, Weide suchen – mit einem Hirten.

Jesus bezieht diese Bild immer wieder auf sich: „Ich bin der gute Hirte. Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich. Ich gebe mein Leben hin für die Schafe, sie hören auf meine Stimme…“ (Joh.10)

Am 4. Ostersonntag, dem Gute-Hirten-Sonntag, hören wir jedes Jahr davon im Evangelium. Es ist auch der Weltgebetstag für geistliche Berufe. Mit der ausgesprochenen Wertschätzung gegenüber allen Berufungen der Kirche sollen die Berufungen zum geweihten Leben vor Augen geführt werden: Die Berufung zum priesterlichen Dienst und zum Diakonat, zum Ordensleben und zum missionarischen Dienst in der Nachfolge Jesu in allen seinen Formen.

In diesem Jahr lautet das Motto: „Hier bin ich. Sende mich!“. So könnte ein junger Mensch antworten, der von Gott gerufen wird. Ich vertraue darauf, dass Gott auch heute noch ruft. Unsere Pfarrgemeinde soll so ein Ort sein, wo junge Menschen den Ruf Gottes hören und auf den Ruf des Guten Hirten antworten und ihm folgen.

Ein aufbauendes wohlwollendes Klima ist eine wichtige Voraussetzung für das Wachsen von Priester- und Ordensberufen. Durch unser Reden und Verhalten bestimmen wir wesentlich die Atmosphäre in der Gemeinde mit. Das kirchliche Klima soll im Glauben bestärken, Mut verbreiten, Hoffnung geben, Vertrauen und Freude am Evangelium vermitteln, den Frieden fördern. So können geistliche Berufe wachsen.

Ob wir Priester oder Ordenschristen haben werden, liegt bei Gott und liegt bei uns. Mit den Worten „Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“(Lk 10,2) lädt Jesus zum Gebet ein.

Unsere Zeit braucht gute Hirten, die Jesus nachfolgen und die Menschen um sich und ihn sammeln – vielleicht nötiger denn je.

Lasst uns gemeinsam in diesem Anliegen beten, z.B. in der Nacht vor dem Gute-Hirten-Sonntag bleibt unsere St. Elisabeth-Kirche deswegen durchgehend geöffnet.

Die Osterzeit, das Pfingstfest mit der Geist-Sendung für uns alle, aber auch die Verehrung der Muttergottes im Mai sollen uns dabei helfen.

Der Priester- und Ordensberuf ist ein wunderbarer Beruf, zu dem auch Gott heute ruft



meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Auf ein Wort: Neu zu Ostern


Das Grab ist leer.

Für uns Menschen geht oft eine einzigartige Anziehungskraft von Gräbern aus. Nicht nur von den Gräbern der Grossen und Berühmten, besonders vom Grab lieber Menschen, Verwandten und Freunde. Das Grab, Ort der Trauer und der Nähe.

In Jerusalem gibt es eine Höhle, die ganz anders ist als die anderen Gräber auf der Welt. Es ist die Grabstätte des Joseph von Arimathäa, in unmittelbarere Nähe der Schädelstätte Golgotha. In dieses Grab wurde Jesus von Nazareth nach dem Tod am Kreuz gelegt.

Über der einstigen Höhle wölbt sich heute die Grabeskirche. Die Überlieferung, dass es genau dort war, ist relativ gesichert und geht in das Jahr 326 zurück, als Kaiser Konstantin das Grab freilegen ließ. Damals war es noch ein Torbogengrab mit einem Verschlussstein – einzigartig, weil in der Höhle nur eine Grabstätte zu finden war. Aus Ehrfurcht hatte Joseph das Grab nicht weiter ausbauen lassen, weil Jesus dort gelegen hat.

Viele Menschen kann man täglich in der Grabeskirche in Jerusalem treffen, ehrfürchtig und andächtig, aber nicht in stummer Trauer erscheinen die meisten, denn: hier ruht kein Toter. Zu viert oder zu fünft kann man in dem kleinen Raum niederknien und es mutet einem an, wie den Frauen am Ostermorgen. Eine Inschrift erinnert daran:

„Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

Gott sei Dank blieb der Herr nicht dort, wo sie alle blieben: im Grab. Das leere Grab – Zeuge der Auferstehung damals für die Frauen und die Jünger – aber auch heute für uns. Wir brauchen an Ostern nicht nach Jerusalem zu fahren. In unserer Kirche sind wir in diesen Tagen den letzten Weg Jesu mitgegangen, ein Weg des Leidens, der Verachtung, des Kreuzes und des Todes. Auch in unserer St. Elisabeth Kirche führt uns dieser Weg zum Grab. In der Osternacht finden wir dieses Grab leer, und wir singen vor ihm mit frohem Herzen: „Das Grab ist leer, der Held erwacht, der Heiland ist erstanden.“ Der Himmel ist für uns alle geöffnet.

Das ist Grund zu echter und tiefer Freude


meint Pfarrer Andreas Weber




Quadragesima – der vierzigste Tag


QUADRAGESIMA – der alte lateinische Ausdruck für die Fastenzeit heißt übersetzt: der 40. Tag.

Vierzig ist keine Zahl wie jede andere. Sie hat eine tiefere Bedeutung und tritt als symbolische heilige Zahl oft in der Bibel auf:

- 40 Tage dauerte die Sintflut

- 40 Tage wanderte Elija zum Gottesberg Horeb

- 40 Jahre wanderte das Volk Israel durch die Wüste

- 40 Tage verweilte Moses auf dem Berg Sinai

- 40 Jahre Regierung der Könige Saul, David und Salomo

- 40 Tage nach Weihnachten Darstellung Jesu im Tempel

- 40 Tage fastete Jesus in der Wüste

- 40 Tage – zwischen Ostern und Pfingsten


Daher hat sich in der Kirche schon früh die Quadragesima – die 40-tägige Bußzeit entwickelt: als Zeit der Umkehr und Besinnung, als Zeit des Fastens und des Verzichtes.

Dabei soll unser Blick wieder neu auf ihn gelenkt werden: auf Jesus Christus, das menschliche Antlitz Gottes. In ihm zeigt uns Gott sein leidendes Gesicht, Blut schwitzend und mit Dornen gekrönt – das Gesicht des Gekreuzigten und Gestorbenen.

Die 40 Tage sollen uns helfen, in diesem geschundenen Gesicht in der Osternacht das strahlende Gesicht des Auferstandenen zu entdecken.

Und dies steht fest: Der Auferstandene will jedem von uns an Ostern in unserer Kirche begegnen.

Nutzen wir die 40 Tage für unseren ganz persönlichen und freien Vorsatz: zum Gebet, zum Fasten und Verzicht, zur persönlichen Umkehr in der sakramentalen Beichte als Vergebung unserer Sünden, zu Werken der Nächstenliebe in unserer Nachbarschaft und in der weiten Welt.

Dann kann nach vierzig Tagen wirklich für jeden Ostern werden,



meint Pfarrer Andreas Weber



Das Ziel fest im Blick ?


Im Pfarrbrief meiner Heimatgemeinde in Neuhof fand ich folgende Geschichte:


Über Nacht war der erste Schnee gefallen und hüllte die ganze Landschaft unter eine dicke weiße Decke.

Zwei Jungen wetteiferten miteinander, wer von ihnen wohl in geradester Linie quer über die große Wiese bis zum Schultor gehen könnte.

„Nichts leichter als das!“, sagte der eine und schaute auf den Boden, um auch ja sorgsam einen Fuß vor den anderen zu setzen. Doch als er fast die halbe Strecke geschafft hatte und den Kopf hob, stellte er, auf seine Spur zurückblickend, fest, dass seine Fußstapfen in einer großen Zickzacklinie durch den Schnee führten.

„Mach es doch erstmal besser!“, rief er seinem wartenden Freund zu.

„Nichts leichter als das!“, rief er zurück, und das Schultor mit erhobenem Kopf fest in den Blick nehmend, stapfte er drauflos, bis er sein Ziel erreicht hatte.

Seine Spur durch den Schnee verlief in einer geraden Linie.

Das Ziel fest im Blick!


Die Szene in der Geschichte gibt mir Anlass zur Frage:

Wie sieht es denn bei mir aus? Welche Ziele habe ich? Geht es mir vielleicht auch so: Verliere ich allzu leicht meine Ziele aus den Augen, weil mein Blick nur klein kariert fixiert ist auf die nächsten Alltags-Schrittchen?

Ist in meinem Leben gar keine gerade Linie zu erkennen, weil ich Angst habe, einen falschen Schritt zu tun? Verzettele ich mich in Kleinigkeiten?

Oder schaue ich auf weitere Ziele? Behält mein Leben die Richtung?

Habe ich auch das ewige Ziel im Blick?


Das neue noch junge Jahr lädt uns ein, geradlinig unseren Weg zu finden,



meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Vor einigen Jahren fand ich folgende Geschichte zum Weihnachtsfest in einer Zeitung:

Weihnachtszauber aus der Dose


Mitten im Zentrum der Stadt wohnte der achtjährige Johannes mit seinen Eltern. Er besuchte die Grundschule. Johannes war ein Außenseiter.

Vielleicht lag es daran, dass Johannes im Rollstuhl saß. Ein Autounfall vor vier Jahren war daran Schuld. Johannes ertrug sein Schicksal gelassen. Seien Lehrer bewunderten ihn. Johannes bemerkte das nicht, er lebte in seiner Welt.

Nach der Schule verbrachte er seine Freizeit beim alten Wilhelm um die Ecke. Der hatte einen alten Trödlerladen. Ganz hinten im Laden hielt er sich am liebsten auf.

Eines Tages, kurz vor Weihnachten, kam ein Besucher in den Laden und gab Wilhelm einen Koffer. Wilhelm brachte ihn zu Johannes: „Sieh mal, Junge, was ich hier habe. Vielleicht ist noch ´was Brauchbares drin, was wir verkaufen können.“

Johannes öffnete die Riemen des Koffers und hob den Deckel an. Zu oberst lagen jede Menge vergilbte Zeitungen. Dann fand er einen Nussknacker, einen verrosteten Zinnsoldaten, eine verschlissene Schreibmappe, jede Menge alter Postkarten und dann am Boden des Koffers eine kleine, messingbeschlagene rechteckige Dose mit Deckel.

Johannes drückte darauf und der Deckel sprang auf. Er staunte nicht schlecht, als er sah, was sich in der Messingschatulle befand: Maria und Josef und in der Krippe liegend das Jesuskind. Daneben ein Ochs, ein Esel und ein kleines Lamm. Und das Außergewöhnliche dabei war nicht, dass alles so klein geschnitzt war aus feinem Holz, sondern dass das Jesuskind die Beine umwickelt hatte und dass zwei Gehhilfen an der Krippe anlehnten, als wenn sie jeden morgen benützt würden. Vorne an der Krippe stand noch etwas, was Johannes nicht entziffern konnte.

Aufgeregt fuhr er mit seinem Schatz zu Wilhelm. Dieser nahm die große Lupe vom Ladentisch, vertiefte sich in die Szenerie und murmelte: „Ich bin das Licht der Welt. Hosianna!“

Einige Zeit später war die Weihnachtsfeier in der Klasse. Jeder Schüler hatte eine Aufgabe. Johannes hatte keine. Man hatte ihn vergessen. Er saß hinten an seinem Platz. Auf seinem Schoß hielt er die Schatulle aus dem alten Koffer. Kurz bevor die Darbietungen zu Ende waren, machte er eine ungeschickte Bewegung, und die Dose fiel zu Boden. Der Deckel sprang auf, ausgelöst durch den Aufprall, und in die Stille, die im Moment herrschte, ertönte „Stille Nacht, Heilige Nacht.“

Alle sahen zu Johannes. Peter, der vor Johannes saß, stand auf und nahm die Dose. Er schloss den Deckel und reichte sie weiter an seinen Nachbarn. So ging es weiter, bis jeder die Dose in den Händen gehalten hatte.

Am Schluss war sie wieder bei Johannes. Draußen wirbelten die ersten Schneeflocken des Tages herunter. Einige setzten sich ans Fenster, andere fielen zu Boden. Es fing immer stärker an zu schneien.

Plötzlich fing die Lehrerin an zu singen, und nach und nach fielen die anderen mit ein: „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

Und der Friede, der von der Krippe aus der Dose ausging, machte sich breit in den Herzen.

Dass dieser Friede der Weihnacht sich auch in unseren Herzen ausbreitet

Wünscht



Pfarrer Andreas Weber
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Am Rande des bunten Geschehens stand er…


… sein Gesicht in das turbulente Treiben gerichtet, erleuchtet vom glitzernden Licht des Marktes; abseits jedoch von Menschenansammlungen, den Buden mit Bratwürsten und Glühwein - der Blinde mit der Armbinde und dem weißen Stock.

Schweigend steht er da, ganz ruhig, fast bewegungslos. Lange hört er aufmerksam hinein in das Wirrwarr der Stimmen, die Geräusche und Weihnachtslieder – mitten im Advent.

Nach einiger Zeit verändert sich plötzlich sein Gesicht. Es beginnt zu leuchten und strahlt. Die aufmerksame Ruhe weicht einer bewegten Aufregung.

Ein Mann kommt auf den Blinden zu, begrüßt ihn freundlich, spricht zu ihm, umarmt ihn und geht mit ihm weg.

Auf ihn hat er gewartet, seinen vertrauten Schritt hat er gehört – eine alltägliche Begebenheit.

Advent heißt warten auf die Ankunft des Freundes, der auf uns zukommt, es gilt, seinen Schritt und seine Stimme herauszuhören aus dem Lärm unserer Zeit.

Es ist der Freund, der uns an Weihnachten wieder als Kind in der Krippe erreichen will, er heißt Immanuel – Gott mit uns.

In Gebet und Gesang – persönlich oder in der Familie, in den Gottesdiensten am Sonntag, in den Roratemessen, ohne elektrisches Licht, nur im Kerzenschein

mittwochs um 6.15 Uhr, in den Adventsandachten, aber auch in persönlicher Umkehr und Beichte, machen wir uns mit seiner Stimme und seiner Gangart bekannt.

Es lohnt sich, bewusst auf Weihnachten zuzugehen


meint Pfarrer Andreas Weber

 

 

Gold, Silber, Edelsteine……..


…- ein Glasfenster lässt den Betrachter durchblicken auf die Mitte: eine helle Scheibe Brot – klein und bescheiden – umrahmt von Kostbarkeiten.


Das menschlich gesehen Wertvollste verwendeten Künstler, um das zu fassen, was sie sich gar nicht kostbarer vorstellen konnten:

Das Allerheiligste – den Leib Christi – Brot – durch die Kraft Gottes und durch die seit den Zeiten der Apostel übertragene Vollmacht des Priesters gewandelt.

Am Christkönigssonntag, unserem Sonntag des Ewigen Gebetes und bei uns in der Kirche an jedem Donnerstag können wir unsere Monstranz (Zeigegerät, lat. monstrare: zeigen) sehen:

Jesus Christus ist die Mitte, gegenwärtig und anwesend im Heiligen Brot.

Begreifen können wir dieses Geheimnis nur, indem wir ihn anbeten.

Wir begrüßen und verehren ihn mit Gebeten, Gesängen und Weihrauch.

Er ist da und erwartet uns.


Neugierig geworden ?

Dann ist es gut, Gott zu treffen ihm zu begegnen – still, aber ganz persönlich



meint Ihr Pfarrer Andreas Weber
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„Heilige sind Menschen, durch die es den anderen leichter wird, an Gott zu glauben.“, sagt Nathan Söderbloms.


Menschen können es anderen erleichtern oder auch erschweren, an Gott zu Glauben. Die Heiligen erleichtern es uns.

Sie machen deutlich: Das Evangelium Jesu kann gelebt werden. Leben gelingt, wenn man sich auf Jesus einlässt und sich an ihm ausrichtet.

Die großen Heiligen haben dies gezeigt, Viele von ihnen sind uns bekannt. Unsere Pfarrpatronin die Heilige Elisabeth beispielsweise, aber auch deren großes Vorbild der Heilige Franz von Assisi, aber auch moderne Heilige wie Mutter Theresa oder Edith Stein.

Am Allerheiligentag im Monat November feiert die Kirche besonders auch die Heiligen, die nicht allen bekannt sind. Diejenigen in unserer Nachbarschaft oder Bekanntschaft. Vorbilder im Glauben eben, die wir persönlich schätzen.

Jeder von uns ist eingeladen, heilig zu werden und es den anderen leichter zu machen, an Gott zu glauben,

meint Pfarrer Andreas Weber

Katholisch werden
Engagieren!
Bistumspatron Bonifatius
Das Bonifatiuslied im Internet hören.