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Aktuelles
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Oster-"Aktuell"
Terminplan Firmvorbereitung 2012
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Bisher veröffentlichte Kolumnen von Pfarrer Andreas Weber
Zum Beispiel: DU! (04/12)
„Zum Beispiel: Du!“ - Durch diese Worte wird jemand persönlich angesprochen. Im Sport, wenn der Trainer jemanden in die Mannschaft ruft: „Du spielst heute diese Position!“ – Bei einer Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle unter mehreren Kandidaten kommt die Zusage: „Du hast die Stelle!“ – In der Schulklasse wird ein Klassensprecher gewählt: „Du sollst unser Sprecher sein!“ – Beispiele dafür, dass in allen Fällen ein oder mehrere Personen hinter der ausgewählten Person stehen. Jemand vertraut einem. Ein ausgewählter Mensch kann deshalb für eine Sache einstehen und braucht nicht zu „kneifen“.
„Ausgerechnet ich!“, könnte der Antwortgedanke auf die Erwählung durch einen anderen sein. Ja, ausgerechnet ich kann gemeint sein. Auch dann wenn ich spüre, dass Gott im Spiel ist. Nicht nur für junge Menschen gilt: Es ist wichtig, hinzuhören, was Gott mit mir vorhat. „Was will Gott von mir?“
Wenn jemand in sich spürt, dass Gott ihn beruft zum Priester, Ordenschristen, zum Missionar oder als Schwester oder Nonne kommen natürlich Fragen: „Warum ausgerechnet ich?“ – „Kann ich das?“ – „Will ich das überhaupt?“ – „Ist das ein Geschenk oder eher ein Albtraum?“ – „Was sagen meine Freunde dazu – und meine Familie?“
Dann braucht es jemanden, der einen begleitet, der zu mir hält, der sich auskennt, der sagt: „Mach das! Probier es aus! Schau es Dir zumindest an!“ Nicht die schnelle Antwort, sondern die Begleitung, das Gebet ist wichtig.
Berufung ist etwas Großartiges, weil sie von Gott kommt. Sie kann überwältigend sein, sprachlos und fragend machen. Wenn Gott ganz konkret sagt: „Zum Beispiel: DU!“ könnte die Antwort sein: „Zum Beispiel: ICH!“
Das Motto des diesjährigen Gebetstags um Geistliche Berufe ist einfach, aber es steckt viel drin. „Zum Beispiel: DU!“ Gott macht froh, wenn man sich auf seinen Ruf einlässt, für die einen in Ehe und Familie, von Gott als Christ gesandt oder in der besonderen Nachfolge in einem Orden als Schwester, Pater oder Bruder, als Priester oder Diakon oder in einem anderen kirchlichen Beruf.
Vielleicht entdecken wir selber in unserer Nähe junge Menschen, denen wir zurufen können: „Zum Beispiel: DU!“,
meint Pfarrer Andreas Weber
„Das Hanauer Kreuz ist ein schweres Kreuz“ (04/12)
„Das Hanauer Kreuz ist ein schweres Kreuz“ – Dieses geflügelte Wort ist in den Kreisen unserer Messdiener mittlerweile zum Sprichwort geworden: Es bezieht sich auf das Vortragekreuz unserer St. Elisabeth-Gemeinde. Es wird beim Einzug in die Kirche und bei Prozessionen voran getragen. Dieses Kreuz besticht nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch ein beachtliches Gewicht. Nur ein starker junger Mensch oder ein Erwachsener kann es tragen. Für die Messdiener eine Herausforderung, ein Ansporn, es zu packen, manchmal aber auch mühsam und eine Qual, besonders bei langen Wegen.
Ähnlich empfinden es die jungen Erwachsenen, die am Karfreitag das große Holzkreuz in einem violetten Tuch verhüllt zur Kreuzverehrung hereinschleppen. Normalerweise hängt es im Elisabeth-Saal unseres Pfarrer-Karl-Schönhals-Hauses. Für drei Starke Personen kaum zu schaffen.
„Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt.- Kommt lasset uns anbeten!“ So lautet der dreimalige Ruf zur Enthüllung und Verehrung des Kreuzes.
Das schwere Hanauer Kreuz erinnert mich immer daran, dass das Kreuz Jesu noch viel schwerer war, so schwer, dass er dreimal unter dieser Last zusammenbrach und sich doch wieder aufraffte. Er ließ sich von Simon von Zyrene auch helfen, dieses Kreuz zu tragen. Es brachte ihm den Tod. Das Kreuz, eigentlich ein verächtliches Todeszeichen, wird durch die Auferstehung Jesus für Christen auf der ganzen Welt zum Siegeszeichen. Wir schmücken die Kreuze zu Ostern, auch in unseren Wohnungen, gestalten sie künstlerisch schön, tragen sie um den Hals, bezeichnen uns zum Gebet mit dem Kreuzzeichen.
Das schwere Hanauer Kreuz erinnert mich auch an die vielen Kreuze, die Menschen, auch in unseren Stadtteilen zu tragen haben. Für manchen auch eine Herausforderung, es anzunehmen, ein Ansporn, es zu packen, mühsam und für viele eine Qual, eine Zumutung. In vielen Bereichen leuchten diese Kreuze auf. Krankheit, Tod, Einsamkeit, Angst, Schuld, Hektik, Ablehnung, Probleme mit den Mitmenschen, Misserfolg, Überforderung, Streit - sind nur einige moderne Namen dieses Kreuzes.
Das schwere Hanauer Kreuz erinnert mich auch daran, dass Kreuze oft nicht weggeräumt werden können, sondern getragen werden müssen – auch bis zum bitteren Ende. Auch Gott räumt die Kreuze unseres Lebens nicht einfach weg. Aber er hilft uns tragen, er hilft, dass wir die Last schaffen - auch durch andere Menschen.
Unsere Osterkerze wird in der Mitte durch ein sichtbares rotes Kreuz gesegnet. Durch seine Auferstehung wird Jesus zum Licht für unsere Kreuze. Das Kreuz darf hell strahlen. Es ist für immer überwunden. Wir haben ein Ziel, das Himmel heißt.
Ich persönlich freue mich über die Feier der Kar- und Ostertage in unserer St. Elisabeth Kirche - begleitet vom Kreuz.
So wünsche ich allen frohe und lichtvolle Ostern!
Ihr Pfarrer Andreas Weber
„Die letzten hundert Meter“ (03/12)
Im Garten Getsemani begann für Jesus der letzte Weg, auf dem sich sein Leben erfüllen sollte. Nach dem Abendmahl war er hierher gekommen, er bespricht sich mit dem Vater im Himmel, er schwitzt Blut, die Jünger schlafen, die Gefangennahme naht… Hier trifft er die Entscheidung, sich dem Willen des Vaters ganz hinzugeben. Die letzten hundert Meter beginnen. Ein Leidensweg – zwischen Getsemani und Golgota – wir nennen ihn Kreuzweg und gehen und bedenken ihn in unseren Kirchen. Wir schauen auf Jesus und auf die Menschen, die ihm nahe waren und denen er nahe war. Dann gelingt auch der Blick auf das eigene Leben. Dem älteren Menschen werden andere Fragen kommen als dem jüngeren. „Wovon bin ich getragen? – Wer oder was gibt mir Halt? – Welche Menschen stehen an den Kreuzwegen unserer Zeit? – Welche Entscheidungen stehen für mich an?“
Seit dem 15. Jahrhundert wird das Leiden Jesu Christi in zunächst 7 Stationen (die 7 Fußfälle) und später in 14 Stationen dargestellt. In Kirchen und im Freien wird in künstlerischer Gestaltung das Geschehen des Leidensweges Jesus sichtbar gemacht. Auch fern von Jerusalem kann man so, sozusagen vor Ort, die heiligen Stätten nacherleben, den Leidensweg Jesu gedanklich und betend nachvollziehen. Wir können im Kreuzweg uns selber wieder finden und die Deutung unseres Lebens entdecken. Wir finden das Auf und Ab, das Kreuz und Quer unseres Lebens, durch Jesus Christus verbunden, zur Mitte und zum Ziel gebracht.
Welche Position und welchen Platz nehme ich im Geschehen des Kreuzweges ein?
Über den Kreuzweg können wir eigentlich nicht reden, den Kreuzweg können wir uns nicht einfach nur anschauen, der Kreuzweg lädt uns ein, ihn betend zu gehen. Er wird uns innerlich berühren.
Eigentlich toll, dass wir jede Woche am Freitag in unserer Kirche die Gelegenheit haben, den Kreuzweg zu gehen und zu beten,
meint Pfarrer Andreas Weber
Asche auf mein Haupt (02/12)
Ausgesprochen gut besucht waren die Gottesdienste in diesem Jahr am Aschermittwoch. Zunächst in zwei Schülergottesdiensten – „Da muss doch was dran sein, wenn man dafür sogar schulfrei bekommt“, meinte einer - und dann noch in den beiden Eucharistiefeiern am Nachmittag und Abend.
Manche unserer Redensarten gehen zurück auf die Büßer in der uralten Tradition der Kirche, die sich zu Beginn der Fastenzeit in ein schlichtes Kleid hüllten und mit Asche bestreuen ließen: „Asche auf mein Haupt“ – „In Sack und Asche gehen“. Der Aschermittwoch hat diese Bußsymbolik wieder neu aufgegriffen und viele haben sich nicht gescheut, das Aschenkreuz auch deutlich für jeden sichtbar auf der eigenen Stirn zu belassen. Die Reste der verbrannten Palmzweige des vergangenen Jahres – durch unseren Küster jedes Jahr neu und frisch hergestellt - verdeutlichen, dass das Leben vergänglich, ja dass der Tod sogar unser Begleiter ist. Asche ist auch Symbol der Reinigung und des neuen Anfangs. Wer das Aschenkreuz trägt, drückt aus, dass er ein Sünder ist und umkehren will – Buße tun – Einen neuen Weg sucht. Unsere Gesellschaft feiert gerne die „Macher“, die wortgewaltigen Show-Leute, die perfekt Wirkenden, die die alles ganz leicht bewältigen und als Idole stilisiert werden. Das Menschenbild vom reuigen Sünder scheint unpopulär. Sich nur keine Blöße geben, keine Schwäche zeigen, ist für viele ein Lebensmotto. Schwäche und Vergebung finden da oft keinen Platz. Bei Gott kommt man damit nicht weit, denn er kennt jeden Menschen besser als dieser sich selbst. Und wenn die menschliche Fassade noch so schön, perfekt und undurchlässig ist, Gott schaut dahinter. Gott sei dank. Die kommenden Tage der österlichen Bußzeit können gerade für erschöpfte und ausgebrannte Menschen eine Auszeit sein, dort wo wir still und wesentlich werden, uns einüben in den Verzicht, in die Liebe zu den Menschen und in die Beziehung zu Gott. Das Gebet und die Begegnung mit ihm im Gottesdienst, in der Eucharistiefeier, beim Kreuzweg und bei der stillen Anbetung helfen, einen neuen Weg zu einem befreiten Neuanfang einzuschlagen. Übrigens: Die persönliche Beichte ist dabei eine hervorragende Hilfe. Gott sei dank von vielen wieder neu entdeckt,
meint Pfarrer Andreas Weber
Rückenwind und Gegenwind (02/12)
Auf einem Kalenderblatt fand ich kürzlich folgende Begebenheit:
Eine Frau fuhr jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. Morgens früh fünf Kilometer und am Abend fünf Kilometer zurück. Eigentlich bekam ihr die Bewegung in der freien Natur ganz gut, aber sie ärgerte sich immer darüber, dass sie so oft Gegenwind hatte. Sie fand das ziemlich ungerecht, immer gegen den Wind ankämpfen zu müssen. So schimpfte sie leise über das Wetter und fuhr tapfer weiter mit dem Fahrrad – Tag für Tag.
Logischerweise müsste man, wenn man morgens Gegenwind hatte, am Abend Rückenwind verspüren. Es fiel ihr irgendwann auf, dass man den Rückenwind nie bewusst wahrnahm. Der war einfach da, und man genoss ihn, ohne ihn wirklich wahrzunehmen.
Als die Frau einmal bewusst auch auf den Rückenwind achtete und ihn deutlich spürte, machte sie sich so ihre Gedanken über das Leben: Auch im wirklichen Leben spürt man oft nur Gegenwind, und den Rückenwind nimmt man kaum einmal bewusst wahr. Und sie stellte fest, wie oft sie in ihrem Leben Rückenwind bekam: Sie hatte eine glückliche Familie, eine Arbeitsstelle, einen netten Freundeskreis und hilfsbereite Nachbarn. Das war nicht nur Zufall oder Glück, wodurch ihr Leben so oft erleichtert wurde. Ein unerwarteter Anruf einer Freundin, wenn sie verzweifelt war, ein spontane Hilfeleistung einer Arbeitskollegin, wenn es gerade nicht lief. Alles nur Kleinigkeiten, aber alles Dinge, die das Leben wieder in Schwung brachten.
Für die Frau waren all diese Dinge wohltuender Rückenwind in ihrem Leben. Und sie wusste, dass auch Gott seine Finger mit im Spiel hat, wenn es gut läuft und sie vorwärts kommt.
Und wenn die Frau heute noch Fahrrad fährt und der Wind ihr recht heftig ins Gesicht bläst, dann freut sie sich und lacht. Sie freut sich über den Rückenwind Gottes, der ihr in ihrem Leben so oft geschenkt wird, ohne dass es einem immer bewusst ist. Und sie tritt zufrieden in die Pedale und ist dankbar.
Es lohnt sich, einmal über Gegenwind und im Rückenwind im eigenen Leben nachzudenken,
meint Pfarrer Andreas Weber
Königliche Geschenke (01/12)
Ein Wenig hatte ich es bedauert, dass in unserer Krippe in St. Elisabeth eine Szene nicht dargestellt war. Im Matthäusevangelium sind es nicht die Hirten, die das Kind in der Krippe anbeten, sondern die Sterndeuter, die Männer aus dem Orient. Vertreter derjenigen, die den Gott Israels nicht kennen, die Heiden, wie man sie nannte. Die Tradition sieht in ihnen Könige, vornehme Menschen, Sie nehmen einen weiten Weg auf sich, begeben sich in Gefahren, verlassen ihre Sicherheiten, auch die des Wohlstandes. Sie fallen vor dem Kind nieder. Sie erkennen in ihm etwas, was ihnen selber noch fehlt: Die Würde, die man nicht machen kann, sondern die Gott schenkt. Gott sei Dank ist die Karawane der Könige jetzt auch in unserer Krippe angekommen. Ich bin froh, dass eine Künstlerin aus unserer Gemeinde die einzelnen Figuren modelliert hat, so einzigartig geformt, dass den Königen richtige kleine Gefäße in die Hand gegeben sind. Hier können wir die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe im Original und echt hinein legen und auch sehen und sogar anfassen. Das ist einmalig. In ihren Gaben wird deutlich, wer das Kind Marias ist. Es ist ein Königssohn. Ihm gilt das Gold. Gold weist auf den Glanz hin, der den König umgibt. Gott selbst ist in diesem Kind Mensch geworden. Dem Gottessohn gilt der Weihrauch. Echter Weihrauch, der zum Himmel aufsteigt und den Himmel über unserem Leben sogar öffnet. Die echte Myrrhe in dem Gefäß erinnert an den Heiland. Er wird die Menschen heilen, von allen Wunden, besonders von der, die den Menschen am meisten bedrückt: von der Wunde des Todes. Das Heilmittel aus dem Paradies wird alle unsere Wunden heilen. Die Gaben der Könige zeigen auch wer wir sind, die Betrachter der Krippe. Auch wir dürfen königliche Menschen sein, Königskinder. König ist der, der selber lebt, anstatt von außen gelebt zu werden, der selbst über sich herrscht, ohne beherrscht zu werden. Durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus sind wir göttliche Menschen geworden: in unserer Tiefe eins mit Gott. Wahrer König ist der, in dem Gott herrscht. Wir haben es nicht mehr nötig falschen Götzen nachzulaufen oder uns selbst zu vergöttern. Das göttliche Leben ist in uns. Und im Blick auf die dritte Gabe sind wir auch berufen, Wunden zu heilen.
Eigentlich tolle Geschenke, die die Könige da dem neugeborenen Kind und uns mitbringen,
meint Pfarrer Andreas Weber
Der Gutschein (12/11)
Zum Weihnachtsfest gehört es dazu, dass man sich etwas schenkt. Manchmal ist es schwierig, das passende Geschenk zu finden. Man möchte ja schließlich nicht, dass der Beschenkte sich gar nicht freut über das Geschenk, sondern enttäuscht ist. Da kann ein gut gemeintes Geschenk schon mal das Ziel verfehlen. Manches wird nach Weihnachten wieder umgetauscht. Nun gibt es eine interessante Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen: Du kannst deinen Lieben einen Gutschein schenken. So kann der Beschenkte weitgehend selbst entscheiden, was er geschenkt bekommen möchte. Er muss nur die Initiative zeigen und den Gutschein einlösen und umsetzen.
Gott schenkt uns im Grunde zu Weihnachten einen solchen Gutschein.
Er schenkt uns ein Kind. Er schenkt uns seinen Sohn. Er schenkt uns sich selbst.
Mit großer Dankbarkeit und Freude nehmen wir diesen Gutschein entgegen. Doch nun stellt sich die große Frage: Was fange ich mit dem Gutschein an? Wie löse ich diesen Gutschein ein? Diesen Gutschein Gottes zu Weihnachten kann ich liegen lassen. Ich kann ihn ignorieren, gar nicht einlösen. Der Gutschein erfordert auch noch mal meine Initiative. Ich kann ihn vergessen, wie manchmal die anderen Gutscheine, im Stapel auf der Eckbank.
Ich kann aber auch den unendlich großen Wert dieses Gutscheins erkennen:
Gott schenkt mir mit diesem Gutschein zu Weihnachten mit diesem Kind in der Krippe sozusagen Saatkörner, die aufgehen und reiche Frucht bringen sollen. Heißen könnten diese Saatkörner: Vergebung, Herzlichkeit, Geduld, frohe Zuversicht, Gottvertrauen, Nähe, Beheimatung, Schutz, Leben in Gottes Gegenwart.
Wenn wir zu Weihnachten diesen Gutschein Gottes annehmen und ihn einlösen, dann wird unser Leben reiche Frucht bringen.
In diesem Sinn Frohe Weihnachten,
wünscht Pfarrer Andreas Weber
Überlebt das Kind? (12/11)
Vor kurzem las ich folgenden Bericht:
Vor einiger Zeit ereignete sich in Australien Folgendes: Eine junge Mutter wartet auf dem Bahnsteig mit ihrem Baby, das im Kinderwagen liegt, auf den Zug: Die Mutter ist sichtbar im Stress. Sie schaut auf den Fahrplan, kehrt zum Kinderwagen zurück, schaut nervös auf die Uhr, kramt ihren Terminkalender heraus und schlägt verschiedene Seiten auf, nimmt ihr Smart–Phone in die Hand und checkt ihre Nachrichten. Als sie dann noch ein zweites Mal auf die Abfahrtszeiten der Züge schaut merkt sie nicht, dass der Kinderwagen sich langsam in Bewegung setzt, da der Bahnsteig leicht abschüssig ist. Der Wagen rollt auf das Gleis zu und kippt den Bahnsteig hinunter. In diesem Augenblick rast ein Zug mit hoher Geschwindigkeit heran, genau auf dem Gleis, an dem die Mutter steht. Sie rennt entsetzt zum Kinderwagen, um das Kind zu retten, Aber es ist zu spät. Der Zug ist zu schnell. Die Mutter bekommt einen gewaltigen Schrecken und schreit laut auf. Machtlos steht sie vor dem Drama, das sich da vor ihren Augen ereignet. Als der Zug den Bahnhof verlassen hat, stürzt sie auf den Kinderwagen zu, der genau zwischen den Gleisen liegt. Der Mutter fällt ein gewaltiger Stein vom Herzen, als sie sieht: Ihr Kind hat Riesenglück gehabt; ihm ist nichts passiert, nur ein paar leichte Prellungen.
Diese Szene ist von einer Überwachungsvideokamera auf dem Bahnsteig festgehalten worden. Später wurde das Ereignis im Fernsehen gezeigt. Eine ganze Nation konnte sich mit der Mutter freuen.
Manche Fragen leuchten aus diesem Ereignis für den Advent auf:
Verlieren wir nicht auch manchmal bei all dem Stress und bei all der Hektik vor Weihnachten das Kind aus den Augen?
Besteht nicht auch bei uns die Gefahr, dass das Kind überrollt wird von all den Terminen und Weihnachtsfeiern, von all der Besorgerei und von all den Geschenken?
Hoffentlich kommt das Kind auch bei uns mit einem blauen Auge davon!
Hoffentlich überlebt das Kind von Betlehem in unserer Familie!
Eins ist sicher: Das Kind von Betlehem lässt sich nicht dauerhaft überrollen.Es wird sicher überleben! Hartnäckig kommt es jedes Jahr neu zu uns,
meint Pfarrer Andreas Weber
Zum Advent: Wertvolle Geschenke (12/11)
Jetzt geht es wieder los. Die Suche nach dem richtigen Geschenk.
Kürzlich fand ich auf einem Kalenderblatt eine Zusammenstellung von wertvollen Geschenken:
+ Ich sage Dir ein gutes Wort + Ich mache Dir Mut + Ich tue Dir einen Gefallen bevor Du darum bittest + Ich danke Dir für etwas, was Du so selbstverständlich tust + Ich lobe Dein Essen + Ich interessiere mich für Deine Arbeit + Ich rufe Dich an + Ich gönne Dir die Zeit, die Du für Dein Hobby brauchst + Ich kritisiere nicht an Dir herum + Ich bewundere Deine Blumen + Ich schenke Dir mein Vertrauen + Ich übersehe ein Missgeschick + Ich lege nicht jedes Wort auf die Goldwaage + Ich trage Dir nichts nach + Ich wärme bereinigte Schuld nicht noch einmal auf + Ich wage den ersten Schritt zur Versöhnung + Ich bitte um Verzeihung + Ich bete für Dich + Ich schreibe Dir einen Brief, ganz klassisch mit der Hand und durch die Post + Ich sage Dir, wie gut es ist, dass ich für Dich da bin + Ich lasse Dich spüren, dass ich für Dich da bin + Ich sehe das Gute, das in Dir steckt + Ich stehe zu Dir + Du darfst so sein wie Du bist
Eigentlich tolle Geschenke, und überdies völlig ohne Kosten und trotzdem unheimlich wertvoll,
meint Pfarrer Andreas Weber
Auf ein Wort: beim Namen gerufen (10/11)
In einem Gedicht von Isolde Lachmann heißt es:
Ich möchte wissen Herr, wie Du mich nennst, wenn Du einmal besonders zärtlich sein willst, denn das gibt es ja, Zeiten, da ich Dich nah fühle und Zeiten, in denen Du mir ferne scheinst.
Nennst Du mich einfach Dein Herz in Stunden der Angst und Hilflosigkeit wenn ich Dich als Vater suche
oder nennst Du mich Deinen Leib in Dürrezeiten wenn mir die Haut springt vor Hunger nach Dir
oder nennst Du mich Deinen Atem dann wenn es mit Dir zu überleben gilt
oder erfüllst Du mich einfach mit dem Du in das die Liebenden versinken mit dem ganz schlichten aber alles umfassenden Du
Den Namen eines Menschen kennen, ihn mit seinem Namen anrufen zu können, drückt immer eine Beziehung aus. Mit wem ich nichts zu tun habe, den kenne ich nicht mit Namen. Viele Menschen haben auch eine gesunde Scheu davor, ihren Namen einem Fremden gegenüber so ohne weiteres preiszugeben. Erst dort, wo ich Vertrauen gewonnen habe, wo mir der andere vertraut geworden ist, erst dort kann ich ohne Schwierigkeiten meinen Namen und damit auch ein Stück meines Wesens aufdecken. Noch tiefer ist eine Beziehung, in der einer dem anderen einen neuen Namen gibt. Verliebte etwa lassen sich einen besonderen Namen füreinander einfallen. Eltern wählen für ihr neugeborenes Kind mit Bedacht einen Namen aus. Bei diesem Namen rufen sie uns. Der Name macht unsere Identität aus. Wir hören hin, wenn wir gerufen werden. Du gehörst zu mir und ich gehöre zu Dir. Ich will für Dich da sein, für Dich sorgen, ich möchte dass es Dir gut geht. Genau das sagt Gott zu uns in der Taufe: Du sollst ab jetzt „Christ“ heißen, Du sollst zu mir gehören und ich gehöre zu Dir. Die Taufe gibt uns ein Heimatrecht bei Gott, wir irren nicht mehr allein durch die Welt, angewiesen auf Gunst und Wohlwollen anderer, oder allein auf die eigene Kraft. Jesaja nennt es so: „Fürchte Dich nicht, denn ich erlöse Dich und rufe Dich bei Deinem Namen, mein bist Du.“ Eigentlich ein Gedanke, der einen aufatmen lässt, gerade in diesen dunklen Tagen,
meint Pfarrer Andreas Weber
Herzlichen Dank, Papst Benedikt! (10/11)
„Es gibt zahlreiche Gründe, dankbar für den Besuch des Heiligen Vaters in Deutschland zu sein. – Zehn habe wir hier aufgeschrieben:
(entnommen Deutsche Tagespost, 27.09.2011)
Danke Heiliger Vater!
Eigentlich gibt es noch viel mehr Gründe, für jeden ganz persönlich,
meint Pfarrer Andreas Weber
Mit neuem Schwung bleibt unsere Pfarrei jung! (09/11)
Bald wir Papst Benedikt XVI. seine und unsere Heimat besuchen. Ich persönlich freue mich über diesen Besuch. Ein deutscher Papst in seiner Heimat Deutschland: ein Jahrhundertereignis, sicher eines der größten unserer Zeit. Das Amt des Papstes geht auf Jesus Christus zurück. Er selbst gab dem Petrus eine einzigartige Vorrangstellung unter den Aposteln. Schon in der Urkirche von Anfang an hat Petrus die oberste Autorität als erster Bischof von Rom. Dieser Ort und seine Nachfolger wurden zum inneren Orientierungspunkt der jungen Kirche, alle sollten damals bis heute im Glauben damit übereinstimmen. Bis heute ist jeder Bischof von Rom, wie Petrus, oberster Hirte der Kirche und wacht als Stellvertreter Jesu über die unverfälschte Weitergabe des Glaubens. Natürlich nimmt er immer in Verbindung mit allen Bischöfen und der gesamten Kirche das Lehramt der Kirche wahr, verpflichtet der Wahrheit, die Gott in diese Welt gelegt hat. Dies verleiht der Römisch-Katholischen Kirche Widerstandskraft und große Ausstrahlung. Gott sei Dank! Besonderes Vertrauen setzt Papst Benedikt in die jungen Menschen, wie wir in diesen Tagen wieder beim Weltjugendtag in Madrid erleben konnten. In seinem Vorwort zum Jugendkatechismus YOUCAT betont er: „Manche Leute sagen mir: Junge Menschen interessiert das nicht. Ich bestreite das und bin sicher, recht zu behalten. Junge Menschen von heute sind nicht so oberflächlich, wie man ihnen unterstellt. Sie wollen wissen, worum es im Leben wirklich geht.“ Deshalb ruft er den jungen Leuten zu: „Ihr müsst wissen, was ihr glaubt. Ihr müsst euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, ihr müsst im Glauben noch tiefer verwurzelt sein, als die Generation eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können. Ihr braucht göttliche Hilfe. Bringt das unverbrauchte Feuer Eurer Liebe in diese Kirche ein!“ Wenn wir in diesem Jahr die Weihe unserer Kirche feiern, hier in St. Elisabeth vor Ort, dann tun wir das bewusst als Teil der großen Römisch-Katholischen Weltkirche immer in tiefer Verbundenheit mit dem Papst, in einem frohen und tiefen Glauben!
Ich freue mich über unser Kirchweihfest und heiße - besonders auch in ökumenischer Offenheit - alle Besucher und Gäste willkommen.
Mit neuem Schwung bleibt unsere Pfarrei jung,
meint Pfarrer Andreas Weber
Bienvenido WJT Madrid (08/11)
Herzlich Willkommen rufen die Spanier den Jugendlichen aus der ganzen Welt zum Weltjugendtag in Madrid vom 16. – 21. August 2011 zu. Papst Benedikt XVI. selbst lädt die Jugend der Welt zu diesem Mega-Ereignis ein und Hunderttausende aus der ganzen Welt kommen. Sie werden mit ihm feiern. Die eigentliche Möglichkeit zu diesem mittlerweile 12. Internationalen Großtreffen gab der Selige Johannes Paul II: Er setzte großes Vertrauen in die jungen Leute und rief die Weltjugendtage ins Leben. Eine geniale Idee! Viele haben noch die bewegenden Bilder in Erinnerung, die überschäumende Freude am Glauben und an der Begegnung mit anderen jungen Christen und dem Papst, zuletzt in Köln im Jahr 2005 und in Sydney 2008. Auch aus unserem Bistum wird eine große Gruppe dabei sein.
Die Jugendlichen erfüllen friedlich die Straßen und Plätze mit freudigem Glauben, sie treffen sich täglich mit ihren Bischöfen zu Katechesen (Erklärungen im Glauben), zu Gottesdienst und Gesang. Die Anbetung und die persönliche Umkehr und Beichte spielen genauso eine wichtige Rolle wie die kulturellen und frohen Begegnungen und Treffen. Es geht um die Wahrheit, die Gott in die Welt gelegt hat, in Jesus Christus. Niemand will daher den Jugendlichen anbiedernd nach dem Mund reden, sicher ist das auch ein Grund für die Ausstrahlung des christlichen Glaubens.
„Verwurzelt in Jesus Christus und auf IHN gegründet, fest im Glauben!“ Kol 2,7 –
ist das Motto in diesem Jahr.
Die Kirche zeigt wieder, dass sie der Jugend in der Wurzel des Glaubens an Jesus Christus Antwort auf ihre Sehnsucht und Fragen des Lebens und so eine gute Zukunft bietet,
meint Pfarrer Andreas Weber
Pfingsten – Das Wunder der Sprache (06/11)
Ja, sie verstanden einander. Dreimal verweist der Bericht in der biblischen Apostelgeschichte (ApG 2,1-11) über das Pfingstfest in Jerusalem auf das Sprachenwunder. Die Apostel waren mit Maria versammelt und „alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab!“. In Jerusalem waren damals viele „Ausländer“, besonders aus dem östlichen Mittelmeerraum. Sie verstanden die Jünger Jesu dann in ihrer eigenen Sprache. Sehr erstaunt fragten sie: „Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören?“ Und weiter: “Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden!“ Sie waren ratlos in ihrem Staunen, andere, so wird berichtet, hätten gespottet und gesagt, das Ganze sei eine Folge von süßem Wein. Für Ereignisse gibt es immer verschiedene Erklärungsversuche. Ich persönlich schlage mich auf die Seite derer, die noch an Wunder glauben, besonders wenn Gott sie gewirkt hat. Und so glaube ich: Der Heilige Geist hat als großes Geschenk Gottes dieses Wunder gewirkt. Eben noch hatten sich die Jünger mit Maria angstvoll zum Gebet zurückgezogen, hinter verschlossenen Türen. Nach der machtvollen Geistsendung begleitet von Sturm, Brausen und Feuerzungen gewinnen sie Mut und Kraft. Ja, der Geist Gottes führte die junge Gemeinde dazu, dass sie verstanden wurde, und dass man sich untereinander verstand. Viele ließen sich taufen. Es ist der Geburtstag der Kirche. So kühn möchte ich das Pfingstereignis interpretieren und weiß auch das das Sich-verstehen kein Dauerzustand war und ist. Denn es gibt viel Sich-nicht-verstehen und darum - heute wie damals - viel Ratlosigkeit. Umso fester bin ich der Meinung, dass auch heute dieser Heilige Geist aufblitzt. Auch heute geschieht das Wunder, dass man sich über alle Grenzen hinweg versteht. Deshalb traue ich dem Heiligen Geist gerade in unserer Zeit viel zu – in der Kirche und Daheim. In diesem Sinn offene Herzen und frohe Pfingsten,
wünscht Pfarrer Andreas Weber
Siebenmal Freude (05/11)
Von alters her ist die Sieben eine heilige Zahl, ein Symbol der Fülle. Es gibt sieben Farben des Regenbogens, sieben Töne der Tonleiter, die sieben Weltwunder, alte Mythen sprechen vom „siebenten Himmel“. Auch dem alten Israel ist die Zahl Sieben heilig: Der siebte Tag, der Ruhetag Jahwes, bringt die Schöpfung zur Vollendung. Der siebenarmige Leuchter erhellt den Tempel und siebenmal erhebt sich der fromme Jude zum Gebet. Auch im Neuen Testament ist die Sieben Zahl der Vollendung und Fülle. Sieben Bitten zählt das Vater Unser, sieben Brote gab Jesus beim Wunder der Speisung weiter, und am Ende der Zeiten, wenn alles vollendet ist, öffnet das Lamm das „Buch mit den sieben Siegeln…“
Unsere Kirche kennt die sieben Gaben des Heiligen Geistes, die sieben Sakramente, die sieben Werke der Barmherzigkeit…
Die Erfahrungen Marias, der Mutter Jesu, bündeln sich in sieben Schmerzen und sieben Freuden – Tiefen und Höhen. Immer sind diese Erfahrungen Marias eng mit dem Leben ihres Sohnes verbunden: Die Marienverehrung hat sicher richtig „gezählt“, wenn sie die folgenden sieben freudigen Ereignisse im Leben Mariens in ihr Betrachten und Beten aufnimmt: Die Verkündigung durch den Engel und die Geburt Jesu, die Anbetung der Weisen, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, die Sendung des Heiligen Geistes und Marias eigene Vollendung. Letztlich geht es bei diesen Freuden immer um unseren Erlöser Jesus Christus, auch wenn wir seine Mutter in Liedern und Gebeten verehren.
Da wo die Mutter in der Nähe ihres Sohnes ganz glücklich ist, da können auch wir aus dem Leben Marias Mut schöpfen und unseren Glauben in Freude leben, da können auch wir die Ereignisse unseres Lebens fest machen und froh werden. Die Gottesmutter will uns zu Jesus führen und uns durch ihre Fürsprache froh erhalten – in Fülle.
Siebenmal Freude , also vollkommene Freude für uns alle. Ein großes Geschenk,
meint Pfarrer Andreas Weber
„Und sie erkannten ihn!“ (05/11) Selbstverständlich war das nicht. Das Desaster des Karfreitags steckte ihnen noch tief in den Knochen. Die Enttäuschung war unbeschreiblich. Die Freude am Leben schien verloren zu sein. Ein Rest von Gemeinschaft war sicher noch da. Immerhin war man etwa drei Jahre zusammen gewesen. Durch ihn. Ihm gefolgt. Sollte das alles gewesen sein? Tief traurig die Situation. Dahinein geschieht das Wunder. Eigentlich das große Geschenk Gottes: Er lebt und kommt auf sie zu. Und sie erkennen ihn. Denn „einige hatten Zweifel“, berichtet die Bibel ganz ehrlich. „Erkennen“ ist mehr als ein Sich Erinnern. Das biblische Wort „erkennen“ meint mehr. Sicher hat es mit dem Körper und den Augen zu tun. Aber vor allem ist es ein Vorgang des Herzens. Jemanden erkennen heißt in der Bibel, mit jemandem persönlich in Beziehung treten. An Ostern erkannten viele Jesus als den Auferstandenen. Sie traten dadurch in eine ganz neue Beziehung zu ihm. Überzeugt und begeistert steckten sie viele andere an.. Maria Magdalena, Thomas, Petrus und Johannes und die beiden Emmaus Jünger, aber auch all die anderen in der ersten Gemeinde in Jerusalem.
Auch uns heute ist dieses Erkennen möglich. Genauso echt. Auch wir können in Beziehung treten zum Auferstandenen: Jetzt an diesem Osterfest können wir diese Beziehung erneuern und pflegen. Wir erkennen ihn wenn wir uns versammeln in der Feier der Eucharistie am Sonntag, aber auch an jedem Werktag, wenn wir beten und uns den Anderen gütig zuwenden.
Ein gutes Erkennen des Auferstandenen mit einem kräftigen und frohen Halleluja, wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Andreas Weber
Zur Karwoche – Die Frau des Pilatus (04/11) In diesen Tagen rückt die Passion Jesu wieder näher in den Mittelpunkt der Gottesdienste und der persönlichen Frömmigkeit. Die Karwoche holt die Leidensgeschichte in die Gegenwart. Auch in der privaten Frömmigkeit spielt der Leidensweg Jesu eine größere Rolle. Viele treffen sich zum Beten des Kreuzwegs in unserer Kirche, so auch einige Schulklassen der benachbarten Schulen. Dabei fällt oft die Aufmerksamkeit auf Personen, die am Rand des Kreuzwegs stehen, sie stehen nicht zufällig da, sondern haben immer auch ein Botschaft für uns und laden ein, zu schauen, wo ich denn persönlich stehe. Im Vergleich mit ihnen kann ich meine eigene Beziehung zu Jesus Christus bedenken und neu entdecken..
Ob Judas oder Petrus und die anderen Schläfer im Garten am Ölberg. Ob Pilatus oder Herodes, Maria Magdalena, die weinenden Frauen, Simon von Cyrene oder Veronika, die mutige Frau. Ob die beiden unterschiedlichen Schächer rechts und links vom Kreuz Jesu, oder Maria und Johannes mit dem Hauptmann und den Soldaten unter dem Kreuz. Die unterschiedlichen Personen schaffen unterschiedliche Nähe zum Gekreuzigten.
Eine Frau deren Namen die Bibel nicht nennt, die aber auch einen gedanklichen Beitrag zum Kreuzweg leistet, ist die Frau des Pilatus. Nur Matthäus weiß von ihrer mutigen Warnung: „ Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig! Ich hatte heute Nacht seinetwegen einen schrecklichen Traum!“ (Mt 27,19).
P. Heinz Perne legte vor Jahren folgende Gedanken dazu vor:
Die Frau des Pilatus
Kühl war die Nacht, viel zu kalt für die Jahreszeit. Unruhig hatte ich geschlafen; ein seltsamer Traum hatte meine Seele berührt.
Ich eilte ins Bad, wusch mich und ordnete das Haar, aß ein paar Trauben und rief nach der Magd. Sie musste hören, was der Traum mir gebracht
Ich sah jenen Mann, Jesus aus Nazareth.
Ich sah, wie er die Kinder segnete und mit den Aussätzigen sprach; wie er das Brot verteilte und Tausende satt wurden;
Zum Beginn der Fastenzeit (03/11)
Im Coloradogebiet fand ein Forscher den Stamm eines riesigen Baumes. Vierhundert Jahre ragte dieser Baum stolz gegen den Himmel. Vierzehn mal war er vom Blitz getroffen. Lawinen donnerten über ihn hinweg. Stürme setzten ihm zu und zerzausten ihn – aber er ließ sich nicht besiegen.
Dann kam ein Heer von winzigen Käfern. Sie bohrten und mahlten und sägten und bissen sich langsam aber sicher in den Stamm. Und bald darauf brach der Baum ächzend und stöhnend zusammen.
Geht es unter uns Menschen nicht oft ähnlich zu? Kleine Dinge verbittern uns das Leben. Kleine Zweifel nagen an unserem Glauben. Kleine Sünden stumpfen unser Gewissen ab.
Die Fastenzeit kann uns als Österliche Bußzeit auf Ostern vorbereiten, indem wir jeden Tag auf die kleinen Dinge achten – Dann wird die Freundschaft zu Gott in Jesus Christus und unter uns Menschen hier nicht zu Grunde gehen, sondern wachsen. Mir hilft dabei, wenn ich mir etwas persönlich für diese Zeit vornehme, im Gebet, im Verzicht und in guten Taten für die anderen.
Und auch hier gilt: Es sind oft die kleinen guten Dinge, die wir auch schaffen können und die uns dann voranbringen,
meint Pfarrer Andreas Weber
Vom Glück (02/11)
Kürzlich kam mir das folgende Gedicht von Kurt Tucholsky (1890-1935) in die Hände:
Das Ideal
Ja, das möchste: Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse. Vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße; Mit schöner Aussicht, ländlich-mondän, vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn – aber abends zum Kino ist es nicht weit. Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit. Neuen Zimmer -, nein, doch lieber zehn! Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn, Radio, Zentralheizung, Vakuum, eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm, eine süße Frau voller Rasse und Verve – (und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -, eine Bibliothek und drumherum Einsamkeit und Hummelgesumm. Im Stall: zwei Ponys, vier Vollbluthengste, acht Autos, Motorrad – alles lenkste natürlich selber – das wär ja gelacht! Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd. Ja, und das hab’ ich ganz vergessen: Prima Küche – erstes Essen – Alte Weine aus schönem Pokal – Und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal. Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion. Und noch ne Million, und noch ne Million. Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit. Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.
Ja. Das möchste.
Aber, wie das so ist hienieden: Manchmal scheints so, als sei es beschieden. Nur Pöapö, das irdische Glück. Immer fehlt dir irgendein Stück. Haste du Geld, dann hast du nicht Käten; Hast du die Frau, dann fehln die Moneten – Hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer; Bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher. Etwas ist immer. Tröste dich! Jedes Glück hat einen kleinen Stich. Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten. Dass einer alles hat: Das ist selten.
Ja, das Glück findet man nicht beim ständigen Suchen. Glück ist nicht planbar oder käuflich. Es ist Zugabe. Es stellt sich einfach ein. Dann und Wann. Es gilt, dafür offen und dankbar zu sein. Glück – Momente, in denen man tief spürt, dass das Leben einen Sinn hat, dass Leben schön ist,
meint Pfarrer Andreas Weber
Besuch daheim (01/11)
Anfang dieses Jahres waren unsere Sternsinger unterwegs. Sie helfen in diesem Jahr ihren Altergenossen in Kambodscha. Viele hatten sich angemeldet und die jungen Könige eingeladen, viele riefen sie auch unterwegs im Vorbeigehen in ihre Wohnungen und Häuser. „Kommt auch zu uns!“ –
Gerne brachten die Kinder und Jugendlichen den Segen und die Frohe Botschaft vom neugeborenen Gottessohn mit ihren Liedern und Gebeten in die Häuser und schrieben den alten Segensgruß an die Tür.
Unser Bischof Heinz Josef Algermissen hat kürzlich überzeugend analysiert, warum so viele die Sternsinger herbeiwünschen und sich ihnen viele Türen öffnen.
Mit ihrem Besuch bei uns zu Hause „durchbrechen sie ein Tabu“, so der Bischof. Immer mehr wird Religionsausübung auf den Raum der Gotteshäuser und in das rein Private zurückgedrängt. Für Viele wird der Glaube nicht mehr öffentlich gelebt. Doch die Sehnsucht nach Gott bleibt in den Menschen, auch wenn vielleicht ganz tief im innersten verborgen, so tief, dass es vielen gar nicht mehr bewusst ist.
Mit den Kindern und Jugendlichen kommen Gottes Frohe Botschaft und der Neujahrssegen direkt zu uns. Wir werden ganz persönlich angesprochen. Bischof Algermissen verbindet sein Lob für die tatkräftigen jungen Leute mit offener Kritik am „Sitzungschristentum“, in dem das „Management der Pastoral“ zu sehr verharre. Auch Jesus machte in Emmaus einen Hausbesuch, und die Herzen der zwei Jünger entflammten neu.
Also, nichts wie raus zu den Menschen,
meint Pfarrer Andreas Weber
Zum Neuen Jahr (01/11)
Ich wünsche Dir Frieden da, wo du lebst in der Welt.
Ich wünsche Dir Menschen, vor denen Du denken und reden kannst, ohne selbst verraten zu werden.
Ich wünsche Dir ein gutes Verhältnis zu allen, mit denen Du täglich zusammen bist.
Ich wünsche Dir, dass Du an Gott glauben kannst wie ein Blinder, der zwar die Sonne nicht sieht, aber ihre Wärme spürt.
Ich wünsche Dir, Zeit zu haben für Dich und für die anderen. Vor allem viel Zeit, um zuhören zu können.
Ich wünsche Dir Menschen, die Dir sagen: „Es ist gut, dass es Dich gibt!“
Ich wünsche Dir, nie verlassen zu werden, den richtigen Weg zu finden, und dazu den Mut, ihn auch zu gehen.
Ich wünsche Dir Menschen, die auch dann Deine Freunde sind, wenn Du sie wirklich brauchst.
Ich wünsche Dir Gesundheit und Zufriedenheit, einen frohen Tag und vor allem Gottes Segen.
Pfarrer Andreas Weber
Eine Weihnachtslegende (12/2010)
Es war einmal ein hartherziger Hirte, der sich und anderen nichts Gutes gönnte. Eines Nachts kam ein Mann zu ihm und bat um Feuer. Doch der hartherzige Hirte hetzte seine Schäferhunde auf den Fremden. Diese bissen ihn ins Bein und in seine Hand, und einer hängte sich sogar an seine Kehle. Aber zum großen Erstaunen des Hirten zeigten die Bisse keinerlei Wirkung. Der Fremde blieb völlig unverletzt. Nun war der Fremde ganz nahe gekommen und sagte zu dem Hirten: „Guter Freund, hilf mir und leih mir eine wenig von deinem Feuer. Meine Frau hat soeben ein Kind geboren, und ich muss ein Feuer machen, um den Kleinen zu wärmen.“ Da erwachte in dem Hirten wieder der alte Menschenhass. Da er wusste, dass weit und breit kein Eimer und keine Schaufel zu finden waren, um die glühenden Kohlen fort zutragen, sagte er zu dem Fremden: “Nimm von den glühenden Kohlen, so viel du brauchst.“ Und seine Schadenfreude begann zu wachsen. Da erhob der Fremde die glühenden Kohlen mit bloßen Händen auf und legte sie in seinen Mantel, und weder seine Hände noch sein Mantel wurden verbrannt. Der hartherzige Hirte wunderte sich zutiefst und fragte den Fremden: „Was ist das für eine seltsame Nacht heute?“ Da gab der Fremde zur Antwort: „Mit Worten kann ich dir das nicht beschreiben. Komm mit und sieh!“ Der Hirte ging mit. Und sie kamen zu einem Viehstall. Im Stall kniete die Mutter neben ihrem Kind, das in einem Futtertrog lag. Etwas weiter hinten standen ein Ochse und ein Esel. Da wurde die verhärtete Seele des Hirten weich. Das eiskalte Herz begann zu schmelzen, als er das frierende zitternde Kind sah. Und er nahm seinen dicken Mantel und deckte das Kind damit zu. Tränen standen in seinen Augen, und er fiel auf die Knie – vor diesem Kind.
Ein Kind kann eisige Herzen auftauen. Die Heilige Nacht ist jedes Jahr eine einmalige Chance, das Kind aus der Krippe in dein Herz zu legen. Und du wirst dich wundern, wie dieses Kind dich verändert und wie das Eis in deinem Herzen zu schmelzen beginnt,
meint Pfarrer Andreas Weber
Warten können (12/2010)
Warten ist langweilig, verlorene Zeit, im Wartezimmer, in der Warteschleife, an der Kasse im Geschäft, auf eine Antwort, einen Besuch… Beim Warten sind wir ohnmächtig, andere oder äußere Bedingungen sind mächtiger als unsere Ungeduld. Warten kann eine harte Zeit sein, wenn wir warten, was passiert oder wenn wir etwas Schlimmes befürchten, z. B. auf eine Absage bei einer Bewerbung oder den Befund einer ärztlichen Untersuchung. Auch wenn wir auf etwas Schönes warten, kann die Zeit lang sein. Wie lange kamen mir als Kind die Tage bis Weihnachten vor? Im Warten auf etwas Schönes kommt Vorfreude dazu, Spannung, aber auch Neugierde und Unruhe. Innerlich fühlt man sich gedrängt. Es kostet Kraft, die Unruhe auszuhalten. Wir können nichts erzwingen, wir dürfen es erwarten. „Wonach Du jagst, das erreichst Du nie. Was Du wachsen lässt, das fliegt Dir zu!“, heißt es in einer alten Erfahrung.
Der Advent ist geprägt von dieser spannungsvollen Erwartung. In den Liedern kommt das zum Ausdruck. „Macht hoch die Tür“ – „O Heiland reiß die Himmel auf!“ – „Wo bleibst Du Trost der ganzen Welt?“ – „Gott naht sich mit neuer Huld“. Warten erfordert Geduld und Wachsamkeit. Der Advent kann helfen, dass dies gelingt. Wer alles gleich haben will und überhaupt nicht warten kann, wer alle Bedürfnisse sofort befriedigt haben will, der wird immer von außen gelenkt und unzufrieden sein. Warten macht das menschliche Herz weit und zeigt, dass uns manchmal Wesentliches fehlt. Warten heißt, unser Leben auf Gott hin zu öffnen, nicht einfach sitzen bleiben, sondern die Tür öffnen, weit auf machen. „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen.“ Für Gott eine Schneise frei schlagen in unserem Terminkalender, einige Minuten Zeit nehmen für das Gebet, einen guten Adventskalender mit guten Gedanken, in der Bibel lesen, im Advent empfiehlt sich der Prophet Jesaja, die frühe Lichtermesse (Rorate) in der Kirche, die Eucharistiefeier auch mal am Werktag, die stille Anbetung, wenn auch nur kurz in der offenen Kirche, nach Menschen schauen, die auf uns warten…
Warten können lohnt sich,
meint Pfarrer Andreas Weber
Ein König ohne Krone (11/2010) Beim Wort „König“ kann uns Unterschiedliches einfallen. Macht und Herrschaft, Majestät und vornehmes Leben. Märchen und alte Geschichten. In unserer Zeit interessieren sich nur noch bestimmte Medien und Berichterstatter für den Lebenswandel der Menschen in den Königshäusern. Über dem Kreuz Jesu brachte Pilatus die Inschrift an: Jesus von Nazareth, König der Juden. In einem modernen Lied heißt es: „Ein König ohne Krone, ein König ohne Schloss, was ist das für ein König bloß?“ Paradox vertauscht: Die Königskrone ist die Dornenkrone und der Königsthron ist das Kreuz. Wirklich ein ganz neues Königtum – nicht von dieser Welt. Aber gerade deshalb echt und überzeugend. Durch die Erniedrigung und das Kreuz hat Jesus Christus erst recht gewonnen. Die Auferstehung macht ihn zum Sieger und echten König. Dies feiert die Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres. Mit Christus, dem König bringt sie das Kirchenjahr kurz vor dem neuen Advent zu einem Abschluss und singt in der Eucharistiefeier: „… Wenn einst die ganze Schöpfung seiner Herrschaft unterworfen ist , wird er dir seinem Vater, das ewige alles umfassende Reich übergeben: das Reich der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens…“ Die Heilige Elisabeth, deren Fest wir in diesen Tagen ebenfalls feiern, legte übrigens ihre eigene echte Krone, die sie als Königstochter und Landesherrin von Thüringen trug, zu Füssen eines Kreuzes ab. „ Kann ich denn eine Königskrone tragen, solange mein richtiger König, Jesus Christus die Dornenkrone trägt.
Eigentlich echt königlich
meint Pfarrer Andreas Weber
Zum Weltmissionstag (10/2010)
Geh und handle genauso!“ „Geh und handle genauso!“ Originalton Jesu aus dem Lukas- Evangelium (Lk 10,37) ist das Leitwort des diesjährigen Weltmissionssonntags. Die Aktion stellt dieses Jahr Mutter Theresa aus Kalkutta zu ihrem 100. Geburtstag mit vielen Ordensfrauen aus Indien und aller Welt in den Mittelpunkt. Im von ihr gegründeten Waisenhaus in Kalkutta hat sie folgende Zeilen auf einer Tafel an der Wand anbringen lassen: Reben am Weinstock Jesus Nimm die Zeit zu beten. Nimm dir Zeit zu lachen. Nimm die Zeit zu denken Das ist die Quelle der Kraft- Das ist die größte Macht auf Erden. Das ist die Musik der Seele. Nimm dir Zeit zu spielen. Nimm dir Zeit zu lieben Und geliebt zu werden. Nimm Dir Zeit zu geben. Das ist das Geheimnis ewiger Jugend. Das ist das von Gott verliehene Privileg. Der Tag ist zu kurz, um egoistisch zu sein. Nimm dir Zeit zu lesen. Nimm dir Zeit freundlich zu sein. Nimm dir Zeit zu arbeiten. Das ist die Quelle der Weisheit. Das ist die Straße zum Glück. Das ist der Preis des Erfolges.
Nimm dir Zeit für Werke der Nächstenliebe. Sie sind der Schlüssel zum Himmel. „Nimm dir Zeit“ - Glaube, Mission und Nächstenliebe in guter Tat gehören zusammen. Eigentlich ganz einfach, und nicht nur für Kalkutta gültig
meint Pfarrer Andreas Weber
Nimm Dir Zeit und nicht den Sonntag (09/2010)
„Es gibt ja bald wieder Ferien!“, sagte kürzlich ein Schüler beim Schulbeginn.
Wir Menschen brauchen Zeiten zur Entspannung und Erholung. Nur die Sehnsucht nach diesen Tagen reicht nicht aus. Im Alltag ist ein ausgewogenes Maß an Arbeit und Ruhe wichtig. Im jüdischen und später christlichen Umfeld wusste man immer um diesen Zusammenhang. Gottes Gebot: „Gedenke, dass Du den Sabbat heiligst!“, wird diesem Grundbedürfnis des Menschen auch in der Begegnung mit Gott gerecht.
Der Sabbat, der Sonntag, ist für den Menschen da, zugleich aber auch Tag für Gott. Im Beten und Singen, Danken und Bitten feiern wir nicht aus Pflicht, sondern in innerer Freiheit und Treue den Tag der Auferstehung; Gott begegnen im Sakrament der Eucharistie, in seinem Wort und in der Gemeinschaft der Gläubigen.
Sonntag, weil`s gut tut!
Dem neuen Gott, den viele Konsum nennen, darf der Sonntag nicht geopfert werden.
Gut, dass die Kirche diesen wichtigen Zusammenhang immer wieder in Erinnerung ruft.
Den Sonntag schützen wir am besten, in dem wir ihn feiern.
Statt mit „Es gibt ja bald wieder Ferien!!“ könnte der Schüler sich auch mit dem Wort trösten: „Es ist ja bald wieder Sonntag!“
Have a break, have a Sunday!
Nimm Dir Pausen, nutz den Sonntag!
Eigentlich toll, dass es den Sonntag gibt,
meint Pfarrer Andreas Weber
Auf ein Wort – zum Kirchweihfest (08/2010)
„Wenn aus bedecktem Himmel ein Sonnenstrahl in eine trübe Gasse fällt, so ist es einerlei, was er trifft: die Flaschenscherbe am Boden, das zerfetzte Plakat an der Wand oder den blonden Flachs eines Kinderkopfes; er bringt Licht, er bringt Zauber, er verwandelt und verklärt.“ (Hermann Hesse)
Der Sonnenstrahl in der trüben Gasse, egal, wo er hinfällt: „…er bringt Licht, er bringt Zauber, er verwandelt und verklärt.“
Ein guter Gedanke des Dichters zu unserem Kirchweihfest. Bei dem Wort Kirche denken viel zuerst an das Gebäude, an Verwaltung, an Gebote und Kirchensteuer, in den letzten Wochen und Monaten auch an Skandale, schlechte Presse und viel Ärger. Kirche ist aber wesentlich mehr. Was die Kirche wirklich ist, lässt sich nur an Jesus Christus ablesen. Er hat als Sohn Gottes das Reich Gottes verkündet. Er sammelt Menschen um sich, heilt Kranke, treibt Dämonen aus und hält Mahl mit Sündern. Er unterweist die Jünger und sendet sie aus, damit sich immer mehr Menschen dieser frohen Botschaft öffnen. Das ist der Anfang der Kirche. Nach der Himmelfahrt schenkt Christus seiner Kirche im Heiligen Geist seinen bleibenden Beistand. Christus lebt in seiner Kirche weiter. Durch alle Zeiten – bis auf den heutigen Tag. Die Bibel schenkt uns dafür lebendige Bilder, z.B. das vom Weinstock und den Reben. Nur in Verbindung mit dem Weinstock und seinen lebendigen Wurzeln können die Reben Frucht bringen und überleben, so geht es auch den Christen. Oder bei Paulus das Bild vom Leib und den Gliedern. Die Kirche ist ein lebendiger Organismus. Durch Taufe, Firmung, die Eucharistie, die Umkehr und die anderen Sakramente sind wir als Christen diesem Organismus eingepflanzt, ja implantiert und gehören fest dazu.
Kirche sind wir nur in Anbindung an Jesus Christus selbst. Kirche das sind wir als Pfarrgemeinde St. Elisabeth: bunt und fröhlich katholisch – immer auch daheim im Bistum und in der großen Weltkirche mit Bischof und Papst.
Mit Christus können wir alle der Sonnenstrahl sein, der auf die trübe Gasse fällt. Dann gilt gerade heute: „…er bringt Licht, er bringt Zauber, er verwandelt und verklärt!“….
meint Pfarrer Andreas Weber
Ferien: Daheim oder in der Ferne (07/2010)
Es ist Urlaubszeit, viele haben Ferien. Volle Züge, überfüllte Autobahnen, ausgebuchte Hotels und lange Warteschlangen an den Grenzen und Flughäfen werden in Kauf genommen. Viele suchen die Weite. Doch am Ziel angekommen, werden immer auch die eigenen Füße gebraucht. Straßen, Wege, Gipfel – zum richtigen „Wandern“ gehören immer auch die sehenden Augen und das offene Herz, mit denen wir die Schönheit der Natur „im großen Bilderbuch Gottes““ aufnehmen.
Manche sind auch unterwegs, um an heiligen Orten zu beten, zu bitten und zu danken. Wallfahrten und Pilgern ist wieder modern geworden, Gott sei Dank: ob mit modernen Verkehrsmitteln oder zu Fuß – betend und singend den Glauben bekennen und am Wallfahrtsort Gott und den Heiligen die Anliegen vortragen. Oft ist dies auch ganz in der Nähe oder Daheim möglich.
Vielleicht ist die Unruhe, die sich im Reisen vieler Menschen ausdrückt, auch Bild für das, was die Bibel immer wieder sagt: „Wir haben hier keine bleibende Stätte, so bleiben wir auf der Suche nach der ewigen, auf dem Weg zu Gott und dem Vaterhaus des Himmels.“
Egal ob man beim Reisen, Wandern oder Pilgern weite oder kurze Wege zurücklegt oder auch ganz einfach daheim bleibt. Freude, Erholung und der Segen Gottes sind überall zu finden,
meint Pfarrer Andreas Weber
Feuer (06/10)
Gelobt seist, mein Herr! Durch Bruder Feuer; Mit ihm erleuchtest du uns die Nacht. Er ist schön und freundlich, gewaltig und stark. Gelobt seist du mein Herr.
Der Heilige Franz von Assisi hat in seinem Sonnengesang diese eigene Strophe über das Feuer gedichtet. Das Feuer gehört zu den elementarsten Voraussetzungen des menschlichen Lebens, zu den archetypischen Urkräften. Durch seine Wärme, das Licht und die reinigende Kraft zieht es Menschen in seinen Bann. Jung und alt. .Es erinnert an die Wahrheit Gottes, an seine Liebe. Die Bibel spricht oft in diesem Bild. Im brennenden Dornbusch (Ex 3,1-12), Gott spricht zu seinem Volk im Feuer (Dtn 4,9-15), das Pfingstereignis (Apg 2,1-4), das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt (1 Kor 3,10-15), das wahre Licht Christus (Joh 1,1-12, Joh 8,12). Feuer hat auch eine zerstörerische Kraft, wenn es nicht unter Kontrolle ist. Die reinigende Kraft erinnert an das Gericht Gottes, an Prüfungen, die das Leben auferlegt. Im ersten Petrusbrief heißt es: „Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist.“ Nach altem Brauch wird am Geburtstag Johannes des Täufers - zur Sommersonnenwende - das Johannesfeuer gesegnet – auch bei uns auf dem Kirchplatz. Im Lukas Evangelium ist uns das Wort Jesu überliefert: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ Im Licht und in der reinigenden Kraft des Feuers Jesu Christi gehen wir unseren Weg – gerade in diesen Tagen und Wochen
meint Pfarrer Andreas Weber
Glaube ist ansteckend (05/2010)
Im Griechischen heißt die Zahl fünfzig: „pentekoste“. Dieses griechische Wort gibt dem Fest Pfingsten auch im Deutschen seinen Namen. Der fünfzigste Tag nach Ostern, der Auferstehung Jesu Christi, ist der Tag, an dem der Heilige Geist als mächtige göttliche Kraft neun Tage nach der Himmelfahrt Jesu auf die Jünger herabkam und großes bewirkt. Jeder konnte sie in seiner Muttersprache verstehen, der Glaube wird international.
Ostern und Pfingsten gehören eng zusammen. „An Ostern wird eine Zündschnur entzündet, die an Pfingsten die ganze explosive Kraft von Ostern entladen und wirken lässt“, so drückte es Karl Rahner einmal aus. Bewegung, Aufbruch, Feuer, Sturm, kräftige Sprache und mächtige Worte kommen einem in den Sinn.
Feuer fangen für Jesus Christus, darauf brennen, den Glauben mit anderen zu teilen und weiterzugeben – das Pfingstfest in Jerusalem war damals der Start der Kirche, als Gemeinschaft derer, die von Jesus Christus begeistert sind. „Aus Angsthasen werden mutige Zeugen“, so sagte es einmal jemand, der über den Wandel der Apostel staunte. Erfüllt vom Heiligen Geist machen sie sich auf den Weg in alle Welt. Nur so konnte das Evangelium eines Tages auch jeden einzelnen von uns persönlich erreichen. Wir sind sozusagen vom Feuer des Glaubens angesteckt worden.
Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche. In unserer Zeit hat diese Kirche – übrigens dieselbe wie damals – unser Gesicht. In unserem Gesicht, in unserem Handeln und in unserem Glauben wollen die Menschen Christus und seine Kirche erkennen.
„Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe, einer hat uns aufgeweckt, und das Feuer brennt hell.“, heißt es in einem Pfingstlied.
Eigentlich gut, dass der Glaube ansteckend ist,
meint Pfarrer Andreas Weber
Zu Christi Himmelfahrt: Etikett und Inhalt (5/2010)
In einem Zeitungsartikel war kürzlich folgendes zu lesen: „…eigentlich wundert uns heutige Menschen schon gar nichts mehr. Aber da horchen wir dann doch auf, wenn ein Japaner, der zu Ostern den „goldenen Westen“ des so genannten „Christlichen Abendlandes“ besucht hat, zu Hause in Japan einen Artikel über das „Hühnerfest“ in Europa schreibt. Keine Frage eigentlich, dass er damit Ostern gemeint hat. Dass es so weit gekommen ist, daran sind wir Christen auch selbst schuld; denn unsere religiösen Feste sind wie leere Flaschen: Etikett schön, Inhalt leer. Auf der Weihnachtsflasche klebt das Etikett „Weihnachtsmann“, auf der Osterflasche ist ein Konterfei des merkwürdigen vierbeinigen Säugetiers, das Eier legt, auf der Christihimmelfahrtsflasche steht „Herrenparty und auf der Pfingstflasche „Camping“…“ Der Artikel mag zunächst zum Schmunzeln anregen, stimmt aber auch nachdenklich. Was ist aus unseren christlichen Festen mit tiefem religiösen Inhalt geworden? Es wäre schade und schlimm, wenn sie nur noch leere Flaschen mit schönem Etikett wären… Daher ist es gut, sich immer wieder an den tiefen christlichen Ursprung und die Feier der Feste im Kirchenjahr zu erinnern, besonders auch bei denen, die wir in den kommenden Wochen feiern: Christi Himmelfahrt, als himmlische Vollendung des Weges Jesu nach seiner Auferstehung an Ostern. Hier entdecken wir auch das Ziel für unseren Lebensweg. Die Gottesdienste unter freiem Himmel und die Prozessionen erinnern daran. Pfingsten als machtvolles Fest des Heiligen Geistes und als Geburtstag der Kirche, auch heute noch. Fronleichnam als frohes feierliches Fest der Gegenwart Gottes im Sakrament des Leibes und Blutes Christi. Christus selbst ist da und begleitet uns. Die christlichen Feste – in unserer Heimat hoffentlich keine leeren Flaschen – füllen wir am besten, indem wir sie und jeden Sonntag innerlich und auch äußerlich in den Gottesdiensten mitfeiern, meint Pfarrer Andreas Weber
Zu Ostern: Etikett und Inhalt (04/2010)
In einem Zeitungsartikel war kürzlich folgendes zu lesen: „…eigentlich wundert uns heutige Menschen schon gar nichts mehr. Aber da horchen wir dann doch auf, wenn ein Japaner, der zu Ostern den „goldenen Westen“ des so genannten „Christlichen Abendlandes“ besucht hat, zu Hause in Japan einen Artikel über das „Hühnerfest“ in Europa schreibt. Keine Frage eigentlich, dass er damit Ostern gemeint hat. Dass es so weit gekommen ist, daran sind wir Christen auch selbst schuld; denn unsere religiösen Feste sind wie leere Flaschen: Etikett schön, Inhalt leer. Auf der Weihnachtsflasche klebt das Etikett „Weihnachtsmann“, auf der Osterflasche ist ein Konterfei des merkwürdigen vierbeinigen Säugetiers, das Eier legt, auf der Christihimmelfahrtsflasche steht „Herrenparty und auf der Pfingstflasche „Camping“…“
Der Artikel mag zunächst zum Schmunzeln anregen, stimmt aber auch nachdenklich. Was ist aus unseren christlichen Festen mit tiefem religiösen Inhalt geworden?
Es wäre schade und schlimm, wenn sie nur noch leere Flaschen mit schönem Etikett wären… Daher ist es gut, sich immer wieder an den tiefen christlichen Ursprung und die Feier der Feste im Kirchenjahr zu erinnern, besonders auch bei denen, die wir in den kommenden Wochen feiern: Christi Himmelfahrt, als himmlische Vollendung des Weges Jesu nach seiner Auferstehung an Ostern. Hier entdecken wir auch das Ziel für unseren Lebensweg. Die Gottesdienste unter freiem Himmel und die Prozessionen erinnern daran.
Pfingsten als machtvolles Fest des Heiligen Geistes und als Geburtstag der Kirche, auch heute noch.
Fronleichnam als frohes feierliches Fest der Gegenwart Gottes im Sakrament des Leibes und Blutes Christi. Christus selbst ist da und begleitet uns.
Die christlichen Feste – in unserer Heimat hoffentlich keine leeren Flaschen – füllen wir am besten, indem wir sie und jeden Sonntag innerlich und auch äußerlich in den Gottesdiensten mitfeiern,
meint Pfarrer Andreas Weber
Auf ein Wort: Zur Karwoche und zu Ostern (03/10)
Die Stärksten, die Schnellsten und die Geschicktesten sind heute gefragt. Riesige Startgelder verdienen sie und noch mehr bei jedem Sieg. Für hohe Ablösesummen werden sie gehandelt. Ein schönes Gesicht, eine gute Figur können genügen, um in dieser Welt – zumindest kurzfristig Karriere zu machen. Die beste Show, die flottesten Sprüche kommen an. Karriere kann sich auch schnell ins Gegenteil umkehren. Die neuen Moralinstitute, Medien und Blätterwald strafen schnell ab, wenn hinter der Fassade jemand schwach geworden ist. Die öffentliche Meinung stößt schnell auch wieder vom Treppchen herunter. Ein anderes Bild vom Menschen hören wir in der Liturgie des Karfreitags im „Lied vom Gottesknecht“, geschrieben im 6. Jhd. v.Chr. vom Propheten Jesaja und in Erfüllung gegangen durch Jesus Christus selbst (Jes 52,13-53,12): „Seht mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch erhaben. Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah er aus, nicht mehr wie ein Mensch. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, so dass wir ihn anschauen möchten. Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut, … wir schätzten ihn nicht.“ Nein, der gemarterte geschundene und blutende Jesus entspricht wirklich nicht unseren Schönheits- und Erfolgsidealen. Gott sieht den Menschen mit anderen Augen. Er hat gerade an jenen Gefallen, die bei Schönheitswettbewerben keine Chance haben oder sich durch eigene Schuld verrannt haben.„Durch seine Wunden sind wir geheilt. Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen.“ Jes 52 Der Karfreitag macht deutlich, dass Jesus auf der Seite der Geschlagenen und Geschundenen steht. Gottes Blick ruht auf allen Menschen. Keiner hat das Recht, den anderen zu verachten. Ostern ist der Sieg über Demütigung und Verachtung bis zum heutigen Tag. „Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen.“(Jes52). Jesus geht mit uns durch das Dunkle der Karwochen unseres Leben hin zum Licht und Sieg des Osterfestes. Bei ihm haben wir eine Chance. Er lebt, und deshalb dürfen auch wir leben, sogar ewig, Halleluja,
darüber freut sich Pfarrer Andreas Weber
Zu Aschermittwoch und Fastenzeit (02/10)
Bedenke Mensch, dass du Stab bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.
Mit diesen Worten legt der Priester den Gläubigen am Aschermittwoch die Asche auf und zeichnet ein Kreuz auf die Stirn. Die Asche ist übrig geblieben vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres. Das sieht man ihr aber nicht an.
Asche ist seit alters her ein Zeichen der Vergänglichkeit und der Buße. Schon bei den Israeliten, aber auch bei Ägyptern, Arabern und Griechen war das Bestreuen des Hauptes mit Asche ein deutliches Zeichen für die Klage und die Bereitschaft zur Umkehr. In der alten Kirche gingen öffentliche Sünder im rauen Gewand und mit Asche bestreut ihre Zeit der Buße und Wiedergutmachung an. Diese Sitte berief sich auf Gewohnheiten, die auch im Alten und Neuen Testament beschrieben waren (Ps 102,10, Jes 58,5, Mt 11,21). Die Christen der Urkirche nahmen vom Aschermittwoch 40 Tage lang als Zeit der Umkehr und Hinordnung auf Ostern, In den ersten Jahrhunderten sehr streng als Bußleistung für schwere Sünden. Mit dem Verschwinden der öffentlichen Buße blieb doch der Brauch der Bestreuung mit Asche als Zeichen der inneren Bereitschaft.
Asche: Neben dem Zeichen der Zerknirschung und Buße ist Asche auch Zeichen für den Tod: Bedenke Mensch, dass du sterben wirst, alles wird vergehen, du auch! Lebe bewusst und entschieden, nutze die Zeit, die dir bleibt.
Asche: Früher haben Menschen mit Asche Dinge sauber gemacht und gewaschen. Asche ist Zeichen der Reinigung. Zeichen des reinigenden Feuers.Lass dich von Gott Lass dich von Gott reinigen. Zeige Gott deine Sünden un d lass dich befreien.
Asche: In manchen Gegenden werden im Herbst die Stoppelfelder abgebrannt. Asche ist Dünger für den Boden. Asche schafft die Voraussetzung für neues Leben.
Asche: Für mich jedes Jahr Erinnerung daran, bewusst zu leben. Was ist wirklich wichtig.
Eigentlich gut, den Aschermittwoch mit den 40 Tagen auf Ostern hin als neue lebendige Chance zu nutzen
meint Pfarrer Andreas Weber
Bedenke Mensch, dass du Stab bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst. (02/2010)
Mit diesen Worten legt der Priester den Gläubigen am Aschermittwoch die Asche auf und zeichnet ein Kreuz auf die Stirn. Die Asche ist übrig geblieben vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres. Das sieht man ihr aber nicht an.
Asche ist seit alters her ein Zeichen der Vergänglichkeit und der Buße. Schon bei den Israeliten, aber auch bei Ägyptern, Arabern und Griechen war das Bestreuen des Hauptes mit Asche ein deutliches Zeichen für die Klage und die Bereitschaft zur Umkehr. In der alten Kirche gingen öffentliche Sünder im rauen Gewand und mit Asche bestreut ihre Zeit der Buße und Wiedergutmachung an. Diese Sitte berief sich auf Gewohnheiten, die auch im Alten und Neuen Testament beschrieben waren (Ps 102,10, Jes 58,5, Mt 11,21). Die Christen der Urkirche nahmen vom Aschermittwoch 40 Tage lang als Zeit der Umkehr und Hinordnung auf Ostern, In den ersten Jahrhunderten sehr streng als Bußleistung für schwere Sünden. Mit dem Verschwinden der öffentlichen Buße blieb doch der Brauch der Bestreuung mit Asche als Zeichen der inneren Bereitschaft.
Asche: Neben dem Zeichen der Zerknirschung und Buße ist Asche auch Zeichen für den Tod: Bedenke Mensch, dass du sterben wirst, alles wird vergehen, du auch! Lebe bewusst und entschieden, nutze die Zeit, die dir bleibt.
Asche: Früher haben Menschen mit Asche Dinge sauber gemacht und gewaschen. Asche ist Zeichen der Reinigung. Zeichen des reinigenden Feuers.Lass dich von Gott Lass dich von Gott reinigen. Zeige Gott deine Sünden un d lass dich befreien.
Asche: In manchen Gegenden werden im Herbst die Stoppelfelder abgebrannt. Asche ist Dünger für den Boden. Asche schafft die Voraussetzung für neues Leben.
Asche: Für mich jedes Jahr Erinnerung daran, bewusst zu leben. Was ist wirklich wichtig.
Eigentlich gut, den Aschermittwoch mit den 40 Tagen auf Ostern hin als neue lebendige Chance zu nutzen
meint Pfarrer Andreas Weber
Seelsorge in der digitalen Welt (01/2010)
Wenn Sie diese Zeilen lesen befinden Sie sich in der digitalen Welt. Eine Form der Kommunikation, die es erst seit kurzem gibt, zumindest in dieser großen und rasenden Verbreitung. Die Kirche hat sich von Anfang an dieser modernen Mittel der Kommunikation bedient und tritt so in Kontakt mit ihrer Umgebung und kann einen weitreichenden Dialog herstellen. Übrigens geht Papst Benedikt XVI. da mit gutem Beispiel voran: So ist die Frohe Botschaft aus päpstlichem Mund auch im Internetportal YouTube immer aktuell abrufbar. Darüber hinaus hat der Vatikan eine eigene Internetseite.
In seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel geht der Heilige Vater auf das Internet als Verkündigungschance für die Priester ein. Er schreibt:
„Auch in der digitalen Welt soll bekannt werde, dass die Zuwendung Gottes zu uns in Christus nicht eine Sache der Vergangenheit ist und auch keine gelehrte Theorie, sondern eine ganz und gar konkrete und aktuelle Wirklichkeit. Die Seelsorge in der digitalen Welt muss in der Tat den Menschen unserer Zeit und der verirrten Menschheit von heute zeigen können, dass Gott uns nahe ist, dass wir in Christus alle einander zugehören!“
Ganz schön fortschrittlich,
meint Pfarrer Andreas Weber
Zu Dreikönig: Echt königlich (01/2010)
Matthäus berichtet in seinem Evangelium von den Sterndeutern, den Männer aus dem Orient, die das Kind in der Krippe suchen und anbeten - aus der Ferne, Vertreter der Heiden. Die Tradition hat in ihnen schon immer Könige gesehen.
Königliche Menschen, die sich ihrer Würde bewusst sind. Und trotzdem: Sie machen sich auf den Weg, verlassen ihr Paläste. Sie fallen vor dem Kind nieder, beten es an. Im göttlichen Kind erkennen sie, was ihnen fehlt.
In diesem Kind strahlt Gott selbst auf, ja es ist Gott selbst.
Wenn Gott in einem Menschen aufstrahlt: Dann wird der Mensch zu dem, was er eigentlich sein soll: ein einmaliger, einzigartiger Ausdruck Gottes.
Der wahre König ist der, in dem Gott herrscht, frei von der Herrschaft der Launen und Leidenschaften, dann hat kein Mensch Macht über uns, von niemandem sind wir abhängig - wirklich königlich.
Die Heiligen Drei Könige breiten ihre eigenen Schätze aus: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Gaben zeigen, wer das Kind Mariens ist:
Gold: Gott selbst ist in diesem Kind Mensch geworden: Er ist der wahre König. Gold weist auf den Glanz hin, es ist das Geschenk für den Königssohn.
Weihrauch: Der Weihrauch steigt zum Himmel auf und öffnet den Himmel für unser Leben. Weihrauch ist das Geschenk für den Gottessohn
Myrrhe: Das Heilmittel aus dem Paradies soll die Wunden der Menschen heilen. Sie erinnert an das Schwere im Leben, auch an das Sterben. Die Myrrhe ist das Geschenk für den Heiland: den Menschensohn.
Die Könige mit ihren Gaben erinnern daran, dass Gott durch seine Geburt will, dass wir königliche Menschen sind - Königssöhne und Königstöchter.
König ist der, der selbst lebt, anstatt von außen gelebt zu werden, der selbst herrscht, anstatt von anderen beherrscht zu werden. Durch Jesu Menschwerdung tragen wir das Göttliche in uns und die göttliche Kraft zur Heilung – sogar über den Tod hinaus.
Echt königlich -
meint Pfarrer Andreas Weber
Wissen das denn auch die Menschen? Wenn die Tiere im Wald Weihnachtswünsche haben (12/2009)
Die Tiere des Waldes diskutierten über Weihnachten. Was ist wohl das Wichtigste an Weihnachten? „Na klar, Gänsebraten“, sagte der Fuchs, „was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!“ – „Schnee“, sagte der Eisbär, „viel Schnee!“ Und er schwärmte verzückt: „Weiße Weihnachten feiern!“ „Dann muss aber auch geschoben werden“, sagte das Eichhörnchen, „ wenn nicht geräumt ist, ist kein Weihnachten.“ Das Reh sagte: „Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern.“ „Aber nicht so viele Kerzen“, heult die Eule, „schön schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache!“ „Aber mein neues Kleid muss man sehen“, sagte der Pfau, „wenn ich kein neues Kleid kriege ist für mich kein Weihnachten.“ „Und Schmuck“, krächzte die Elster, „jede Weihnacht kriege ich was: Einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste.“ „Na, aber bitte den Stollen nicht vergessen“, brummte der Bär, „das ist doch die Hauptsache, wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich lieber auf Weihnachten.“ „Mach es wie ich“, sagte der Dachs, „pennen, pennen, das ist das Wahre an Weihnachten, mal richtig ausschlafen!“ „Und saufen“, ergänzte der Ochse, „mal richtig einen saufen und dann pennen“. Dann aber schrie er „Aua!“, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: „Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?“ Das senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: “Das Kind, ja das Kind , das Kind ist die Hauptsache.“ „Übrigens“, fragte der Esel: „Wissen das denn auch die Menschen?“
Eigentlich eine ziemlich menschliche Geschichte,
meint Pfarrer Andreas Weber
Zum Advent Schneller als erwartet ist er da der 25. Dezember. Ein Fest kann nur feiern, wer gut vorbereitet ist. Unsere Vorfahren wussten , neben aller „äußeren“ Vorbereitung gehört auch die innere Einstimmung dazu, so „erfanden“ sie die Adventszeit als Zeit der inneren Vorbereitung. Gott wird Mensch – Unbegreifliches wird da gefeiert –
Im Nebel
„Glaubst Du nur das, was Du siehst?“
Ein Jubeljahr für St. Elisabeth – Kirchweih
Reif für die Insel
Auf ein Wort Neu im Monat Juni
Bete immer um den Heiligen Geist, dann wird alles gelingen!“
"Hier bin ich. Sende mich!“
Auf ein Wort: Neu zu Ostern
Vor einigen Jahren fand ich folgende Geschichte zum Weihnachtsfest in einer Zeitung:
Am Rande des bunten Geschehens stand er…
Gold, Silber, Edelsteine……..
„Heilige sind Menschen, durch die es den anderen leichter wird, an Gott zu glauben.“, sagt Nathan Söderbloms. |
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