Pfarrer Andreas Weber, Dechant:

Auf ein Wort...

Zu Weihnachten: Es muss nicht alles perfekt sein...


 

Beichtzeiten generell

„Beichten macht leicht und froh!“

Beichtgelegenheit jeden Samstag ab 17.00 Uhr (vor der Eucharistiefeier) in der St. Elisabethkirche. Beichtgespräche und Seelsorgsgespräche auch nach Vereinbarung.
Vor den Hochfesten und in geprägten Zeiten gibt es einen eigenen Plan für die vielfältigen Beichtzeiten.

 

Aktuelles


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Pastoralverbund

Auf ein Wort

Zur Karwoche und Ostern


Osterlicht im Schatten von Corona – Ostern fällt nicht aus.


Ostern fällt nicht aus. Auch in diesem Jahr nicht. Täglich erleben wir die angeordnete, sinnvolle Distanz. Die Fastenzeit ist in diesem Jahr wirklich eine Wüstenzeit. Kürzlich sagte jemand: „Gerade jetzt spüre ich die Sehnsucht nach der Nähe Gottes noch deutlicher!“

In unserem Kirchturm, nahe der St. Elisabethkirche, haben wir einen besonderen Ort. Der kleine Raum ist jetzt meist geöffnet, aber auch durch das schmiedeeiserne Gitter immer gut sichtbar.

Tag für Tag gehen viele hier vorüber. Manche fühlen sich spontan eingeladen, einen Moment stehen zu bleiben, lassen sich von der Atmosphäre gefangen nehmen. Manch einer kommt extra hierher, um zu schauen, vielleicht zu staunen oder innerlich zu werden. Oft auch spät am Abend oder tief in der Nacht, stehend oder kniend. Die Menschen können hier Kerzen anzünden, manche bringen Blumen mit.

Mittelpunkt des Raumes ist ein sogenanntes Vesperbild, eine Pieta. Der Abend des Karfreitags: Maria mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen verstorbenen Jesus Christus auf ihrem Schoß. Ein zutiefst menschliches Bild.

Für viele Vorübergehende ist die Schmerzensmutter im Turm ein echter Zufluchtsort geworden, gerade in diesen Tagen, wo alle öffentlichen Gottesdienste abgesagt sind, aber auch schon in den vergangenen Wochen der tiefen Trauer über das schreckliche Attentat – nicht weit weg, sondern vor unserer Haustür.

Die Trauer der Mutter um ihr verstorbenes Kind: Jesus selbst hat wirklich die letzte Phase jedes Menschen durchlitten – bis in den Tod hinein.

Nichts ist Gott fremd. Das ist die Stärke Gottes, dass er sich in der Schwäche des Menschen zeigt. Trauer, Not, Sorge, Angst gibt es gerade auch  heute  in Zeiten von Corona. Sie verschwinden nicht einfach. Aber die Gläubigen gehen getröstet weiter, ahnen sie doch, dass das Vesperbild nur von der Auferstehung Jesu her zu verstehen ist. Das Grab wird leer sein. Der Tod hat nicht das letzte Wort. In der Auferstehung Jesu leuchtet auch für uns Hoffnung und ein Ziel auf. Eine frohe Botschaft.

Ostern findet  statt. Es ist unaufschiebbar, auch wenn die liturgischen Feiern in diesem Jahr nur still in der Kirche ohne Öffentlichkeit vollzogen werden: Stellvertretend für alle, geistlich kann jeder dabei sein. Auch Internet, Radio und Fernsehen bieten Gelegenheit der Mitfeier. Unsere Kirche bleibt für einzelne Besucher zum Gebet und zur Kreuzverehrung geöffnet. Gesegnete Palmsträuße, Osterwasser in kleinen Fläschchen, am Osterlicht entzündete Kerzen können als Zeichen der Nähe Gottes mit nach Hause genommen werden. Eine Gebets-Box gibt Gelegenheit, eigene Anliegen und Fürbitten einzubringen.

Ohne Worte strahlt unser kleiner Ort am Rande des Kirchplatzes im Turm das Ostergeheimnis aus – mitten im Alltag, auf dem Weg, im Vorübergehen.

Ostern fällt nicht aus. Es findet wirklich statt – in diesem Jahr nur anders gefeiert.

Das Ostergeläut der Kirchenglocken unserer Kirchen wird diese Freude dann doch laut verkünden: Halleluja, Jesus lebt, Halleluja. Frohe Ostern!,


wünscht Ihr Pfarrer Andreas Weber, Dechant